Outdoor-Klasse

Seit dem Schuljahr 2019/2020 gibt es an unserer Schule die Outdoorklasse in den Jahrgangsstufen 5 und 6. An einem festen Wochentag findet der Unterricht von der zweiten bis zur sechsten Stunde im Wald statt.

Wie sieht ein Tag in der Outdoorklasse aus?

Der Outdoortag beginnt um 8:35 Uhr an der Schule. Gemeinsam laufen die Klassen über den Hochsträß ins Maienwäldle und kehren gegen 13:00 Uhr zurück. Die Schüler:innen werden von der Schule mit einem Sitzkissen und einem Klemmbrett mit Wetterschutz ausgestattet. Entsprechende Kleidung, geeignetes Schuhwerk sowie ihre Waldhefte und Stifte bringen die Kinder selbst mit. Schulbücher bleiben an diesem Tag zu Hause oder im Schließfach, damit sie im Wald keinen Schaden nehmen. Wir gehen bei Wind und Wetter in den Wald, außer bei Sturmwarnung.

Welche Fächer werden in der Outdoorklasse unterrichtet?

Im Wald wird der Unterricht gemäß den Bildungsstandards für das Gymnasium in Baden-Württemberg umgesetzt. Je zwei Lehrkräfte begleiten die Outdoorklasse pro Halbjahr und unterrichten ihr Fach dort in Doppelstunden. Zum Halbjahr wechseln die Fächer, sodass die Kinder im Laufe des Jahres unterschiedliche Haupt- und Nebenfächer erleben.

Bisher wurden unter anderem Mathematik, Deutsch, Biologie, Geographie, Kunst und Englisch unterrichtet. Der Lernort Wald eröffnet dabei neue Zugänge zu den Inhalten und erweitert den schulischen Alltag um praktische, erfahrungsbezogene Lernformen.

Wie unterstützt Waldunterricht Konzentration und Motivation?

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Lernen in der Natur die Konzentrations- und Lernfähigkeit von Kindern und Jugendlichen verbessert, die Motivation steigert und durch natürliche Reize zur Regulation des Nervensystems beiträgt. So zeigen Studien wie eine Pilotuntersuchung unter Leitung von Filip Mess et al. (TU München), dass Unterricht im Freien mit natürlichen Stressrhythmen, gesteigertes Wohlbefinden und positiveren Aufmerksamkeitsergebnissen bei Schüler:innen verbunden ist.

Auch Übersichtsarbeiten zu Forest Schools belegen Effekte auf die kognitive, soziale und emotionale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Unsere Outdoorklasse wird zudem selbst wissenschaftlich begleitet, von Filip Mess und dem Team „Draußenunterricht“ an der TU München.

Was zeigt unsere Praxis nach sechs Jahren Outdoorklasse?

Der Lernort Wald eröffnet somit nicht nur neue Zugänge zu den fachlichen Inhalten, sondern unterstützt die Entwicklung von Kompetenzen bei den Kindern, etwa im sozialen Bereich wie Teamfähigkeit und Empathie sowie im persönlichen Bereich wie Selbstreflexion und Durchhaltevermögen.

Diese Forschungsergebnisse decken sich mit unseren Erfahrungen aus den letzten sechs Jahren: Die Kinder sind motivierter, können ihre Aufmerksamkeit länger halten und zeigen insgesamt mehr Selbstregulation. Auch über die Outdoorklasse hinaus. Leitperspektiven wie „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ sowie „Prävention und Gesundheitsförderung“ werden dabei quasi nebenbei umgesetzt.

Für wen eignet sich die Outdoorklasse?

Kinder, die Freude am Entdecken haben, gerne draußen aktiv sind, selbstständig arbeiten und gut im Team agieren, fühlen sich besonders wohl in der Outdoorklasse. Auch Neugier, Frustrationstoleranz und ein Interesse an Natur und Umwelt sollten die Kinder mitbringen.

Gleichzeitig bietet der Lernort Wald genau den Raum, diese Fähigkeiten weiter zu entwickeln: Kinder stärken ihre Selbstständigkeit, üben Rücksichtnahme und Teamarbeit, lernen, Frustration zu bewältigen, und erleben durch praktische Naturerfahrungen, wie spannend Lernen sein kann. 

Wie läuft die Anmeldung?
Interessierte Familien sind herzlich eingeladen, unseren Infoabend zum Übertritt zu besuchen. Dort können Sie uns, unsere Schule und die Outdoorklasse kennenlernen, alle Fragen stellen und einen Einblick in den Unterricht erhalten. Anschließend erfolgt die Anmeldung über die reguläre Schulanmeldung am Anna‑Essinger‑Gymnasium im März des jeweiligen Jahres. Voraussetzung für die Aufnahme ist eine gymnasiale Empfehlung.