In einem Workshop unter dem Motto "Frühling", auf das sich die Redakteure mit den Schülern einigten, interviewten letztere ihre Mitschüler. Ihre Themen: Flirten, Fashion und Sport im Frühling. Sie schnitten ihre Fernseh- und Radiobeiträge mit Hilfe der Techniker. "Highlight war für mich meine Fernseh-Umfrage als fertigen Beitrag zu sehen. Das war super!", sagt der 15-jährige Victor Paiss. Der Workshop gipfelte gestern in einer zweistündigen Live-Sendung vom Schulhof. Die Schüler moderierten in einem Übertragungswagen ihre eigenen Beiträge an, sprachen ihre Musikwünsche ins Mikrofon und trugen die Wettervorhersage vor. "Die Klasse war anfangs sehr aufgeregt, aber sofort mit Feuereifer dabei. Es war ein voller Erfolg", berichtet die Deutsch-Lehrerin Dagmar Höllring. mes/ort
Schule
- 1:
Aktuell. - 2:
Schule.- 2.1:
Schulleitung. - 2.2:
Termine. - 2.3:
Beratung/Soziales. - 2.4:
Profile. - 2.5:
Ganztagsangebot. - 2.6:
Schulentwicklung. - 2.7:
Kursstufe. - 2.8:
Berufsorientierung. - 2.9:
Pressespiegel.- 2.9.1:
Fotos.
- 2.9.1:
- 2.10:
Anna Essinger. - 2.11:
Anna-Essinger-Realschule. - 2.12:
Ansprechpartner. - 2.13:
Kontakt.
- 2.1:
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Fächer. - 4:
AGs. - 5:
Aktivitäten. - 6:
Lehrer. - 7:
Schüler. - 8:
Eltern. - 9:
Förderverein. - 10:
Chronik. - 11:
Intern. - 12:
Suche. - 13:
Impressum.
Pressspiegel Übersicht
17.06.2010 Gräber,Gruben, großer Knall
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24.03.2010 Medienworkshop mit DASDING
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12.03.2010 Sally Nicholls liest am AEG und der internationalen Schule
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10.03.2010 Flachland-Verein auf Höhenflug
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04.03.2010 Schulsport soll aufgewertet werden
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09.03.2010 Salto vorwärts in Richtung London (Augsburger Allgemeine)
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07.03.2010 Beim Mathe-Spaß rauchen die Köpfe
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04.03:2010 Schüler spielen & spenden für HAITI-Opfer
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01.03.2010 Leidenschaft kann jeden packen
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16.02.2010 Statt Büttenrede debattieren
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20.01.2010 Kooperation Schule - Wirtschaft Regio-TV
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23.12.2009 Zwei Spuren im Schnee
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12.12.2009 In aller Stille
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17.11.2009 Jugendparlament hat neuen Vorstang
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25.09.2009 Politik auf der Schulbühne
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24.09.2009 Sozialprojekt: Von der Schulbank auf die Station
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15.09.2009 Wahl-Gang am AEG - Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl
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15.05.2009 Ein Vergleich der Bildungssysteme
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14.07.2009 14-Jährige Ulmer sahen vorab den neuen Potter
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05.05.2009 Essinger-Lehrer berichtet aus dem Alltag
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17.02.2009 Bundesministerin am AEG!
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13.05.2009 Europa ganz nah
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14.05.2009 Bewegungs-Camp: Sport ohne Notendruck
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17.03.2009 Jeder mochte Anna Essinger
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16.02.2009 Ulmer Schüler spielen Theater - Die Welt der Liebeslyrik aufgemischt
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16.07.2008 Wechsel am Essinger-Gymnasium
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Gräber,Gruben, großer Knall
Tote, Nonnen und Irre: In Dario Fos gesellschaftskritischer Komödie "Siebentens: Stiehl ein bisschen weniger" gehts ganz schön wirr zu - auch für die Schüler des Anna-Essinger- Gymnasiums.
Dario Fo ist einmal gefragt worden, ob es sich zwischen ihm und Silvio Berlusconi um einen Kampf der Giganten handele, woraufhin Fo antwortete: "Ich würde es nüchterner ausdrücken: Wettstreit zweier Berufskomiker." Mit diesem Zitat begrüßte Deutschlehrer Marc Riehle die rund 70 Zuschauer im Bürgerhaus Mitte, um sie einzustimmen auf die Frage nach der Grenze zwischen Theater und Wirklichkeit. Was ist Fiktion, was ist Realität? Was ist wahr und wo wird gelogen? Woran, wenn nicht an den moralischen Grundsätzen, soll sich der Mensch im Leben orientieren?
In Anspielung an die zehn Gebote geht es in Dario Fos gesellschaftskritischer Komödie "Siebentens: Stiehl ein bisschen weniger" um die naive Totengräberin Enea, die von ihren männlichen Kollegen den Bären aufgebunden bekommt, der Friedhof sei zum Spekulationsobjekt skrupelloser Finanzinvestoren geworden. Bald entpuppt sich der Scherz als bittere Wahrheit und Enea (Kathrin Scheck) findet sich in einem Skandal wieder, der bis in die höchsten Regierungskreise reicht.
Totengräber, Prostituierte, Nonnen, Staatsbedienstete und ein Haufen Irrer machen die gut 20 verschiedenen Rollen des bereits 1964 verfassten, immer noch aktuellen Stückes über Bauspekulation, Bestechung und Gier aus. Ein guter Grund für Samuel Weismann und Marc Riehle, beide Deutschlehrer und Leiter der Theater-AG am Anna-Essinger-Gymnasium, gerade dieses Stück auszuwählen, schließlich wollten sie jedem Schüler in der AG eine Rolle anbieten. Problematischer gestaltete sich die Textfülle: Von ursprünglich über 180 Minuten Spieldauer mussten die Lehrer das Stück auf die Hälfte herunter kürzen. Das merkte man. Kräftigen Applaus gab es vom Publikum trotzdem, vor allem für Marco Rees, der einen schrillen Auftritt als irrer Geschäftsmann hatte. Aber erinnern wir uns an Dario Fo: Berufskomiker findet man in allen Branchen.
Medienworkshop mit DASDING
Die 9f des Ulmer Anna-Essinger Gymnasiums hat gestern ihren dreitägigen Medienworkshop beendet. Unter der Leitung des Jugendradios "Das Ding" (SWR) lernten die 26 Schüler die Medien Radio und Fernsehen besser kennen. Nach einer erfolgreichen Online-Bewerbung waren die Schüler am Montag von fünf Redakteuren und Technikern über die Medienlandschaft aufgeklärt worden: Was unterscheidet öffentlich-rechtliche von privaten Rundfunkanstalten? Auf was sollte man bei einem guten Interview achten, und wie schneidet man Radiobeiträge?
Schulsport soll aufgewertet werden
Tobias Schall, veröffentlicht am 04.03.2010
Der Sportunterricht wird von einigen Kindern nicht ernst genommen. Das soll sich ändern. In Zukunft soll der Sportunterricht einen höheren Stellenwert bekommen. Foto: dpa
Stuttgart - Die Ernüchterung kommt schon morgens gegen 7.30 Uhr. Kurz vor Unterrichtsbeginn spuckt die Blechlawine vor dem Eingang Schüler aus. Oft wegen der großen Entfernung oder anderen nachvollziehbaren Gründen, aber nicht immer: "Viele Eltern fahren ihr Kind, obwohl es nur ein paar hundert Meter zu laufen hätten", sagt Franz Platz. Es ist ein Randaspekt, aber eine bezeichnender.
Platz ist Sportlehrer an einem Gymnasium, mittlerweile 60 Jahre alt und seit 1980 im Dienst. "Man kann sich kaum vorstellen, wie sich die Situation entwickelt hat." Es sei eine Art von Bewegungslegasthenie entstanden, sagt er. Lehrer und die Krankenkassen stellen Übergewicht und eklatante Koordinationsprobleme bei Kindern und Jugendlichen fest und sehen gewaltige Folgekosten auf sich zukommen.
Bewegung im Alltag
Franz Platz ist am Landesinstitut für Schulsport (LIS) seit einiger Zeit Leiter eines Projekts, das dem Bewegungsmangel den Kampf ansagt. Am Mittwoch ist die Initiative "Weiterführende Schule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt", kurz WSB, offiziell vorgestellt worden. Ein ganztätiger Kongress am 22. März am Landesinstitut für Schulsport in Ludwigsburg mit Vorträgen und Arbeitsgruppen ist die Auftaktveranstaltung für Lehrer und Schulen. Das Projekt, das vom Kultusministerium angestoßen wurde, ist die Fortführung eines ähnlichen Modells, das es seit 2004 für Grundschulen gibt und an dem 700 Einrichtungen im Land teilnehmen.
Im Kern geht es darum, auch an den weiterführenden Schulen Bewegung als elementaren Teil des Schulalltags zu etablieren. Zum einen durch den bereits existierenden Sportunterricht, der einen höheren Stellenwert im Bewusstsein bekommen soll. Und zum anderen vor allem durch die Integrierung von Bewegung in den Unterricht und einem klug durchstrukturierten Stundenplan, einer "Rhythmisierung", wie es heißt, sowie Kooperationen mit Vereinen, Angeboten auf dem Pausenhof, Ernährung und so weiter. "Die Schüler sollen nicht mehr 45 Minuten still sitzen und sich beschallen lassen, sondern aktiver werden", sagt Edwin Gahei, der LIS-Leiter.
Konzentrationsfähigkeit soll durch Sport gesteigert werden
Gerade auch im Hinblick auf den Trend zur Ganztagesschule sei dies unerlässlich. Gahei verweist auf aktuelle neurologische Studien, die der Bewegung im Schulalltag eine elementare Rolle beim Lernen bescheinigen. Sie helfe beispielsweise, Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit zu steigern. Ein Aspekt, der nicht zuletzt den Lehrern zugute komme. Seit September 2009 wird das Konzept bereits an 13 Pilotschulen im Land umgesetzt, im neuen Schuljahr hofft man dann nach dem Praxistest auf möglichst viel Interesse.
Der Sport hat nicht die beste Lobby. Zwar sei dies schon besser geworden, sagt Gahei, doch im Zweifel würden Eltern eher auf eine Sportstunde verzichten als den Mathematikunterricht ausfallen zu lassen. "Wir wollen Schulen und Lehrer, aber auch die Eltern für das Thema sensibilisieren", sagt der LIS-Leiter: "Es geht schließlich um die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen." Die Schule könne natürlich nicht die alleinige Reparaturwerkstatt sein, sie sei aber ein wichtiger Faktor. Es gehe darum, seinen Teil zu einer Bewegungskultur beizutragen.
Als Vision haben sie den Traum aller Sportlehrer. Dieser Traum, sagt Franz Platz, "das ist die tägliche Sportstunde".
Informationen zu Projekt und Kongress http://www.lis-in-bw.de »
Sally Nicholls liest
Ulm/Neu-Ulm - Die Kinderbuchautorin Sally Nicholls wird in der kommenden Woche in Ulmer und Neu-Ulmer Schulen lesen: Am Mittwoch für die Klasse 8 b des Anna-Essinger-Gymnasiums, am Freitag in der Internationalen Schule. Die Engländerin Nicholls ist für ihr Buch "Wie man unsterblich wird" über einen leukämiekranken Jungen bei der jüngsten Kinder- und Jugendbuchmesse Ulm (Kibum) auszeichnet worden.
Flachland-Verein auf Höhenflug
Bundesweit staunt die Konkurrenz über einen Flachland-Klub. Nach den ersten beiden deutschen Meistertiteln im Biathlon durch Patrick Köppe und David Pfeil fühlt sich der DAV Ulm in seiner Jugendarbeit bestärkt.
"Wie macht Ihr das?" So lautet in diesen Tagen in deutschen Biathlon-Kreisen eine viel gestellte Frage. Dass der DAV Ulm durch Patrick Köppe und David Pfeil auch im Winter seine ersten deutschen Jugend-Titel erobert hat, verwundert selbst die Experten. Hinzugekommen ist jetzt noch der Sieg Leonhard Knöllers in der Gesamtwertung des Deutschlandpokals in der Jugend 16 (ausführlicher Bericht in unserer morgigen Ausgabe).
Die überraschende Erkenntnis: Ein Flachland-Verein wie der DAV Ulm bietet selbst den großen Biathlon-Stützpunkten wie Ruhpolding (Chiemgau), Oberhof (Thüringerwald), Bayrischer Wald, Schönwald (Schwarzwald), Altenberg (Osterzgebirge) oder Clausthal-Zellerfeld (Harz) Paroli. "In der Nähe einer Großstadt gibt es in Deutschland kaum eine Anlage. Dass ein Verein aus dem Flachland zwei deutsche Meisterschaften abräumt, ist schon eine Neuheit", weiß David Pfeil, der vor der Saison zusammen mit Knöller in den Landeskader aufgerückt ist und darüber hinaus die Chance genutzt hat, von Ulm ans Ski-Internat Furtwangen (Skif) zu wechseln.
Der Ulmer Biathlon-Chef Werner Rösch reibt sich über die größten Erfolge, seit vor fünf Jahren das Ratiopharm-Biathlon-Zentrum Dornstadt-Ulm gegründet wurde, noch immer die Augen: "Ich habe Angst, dass da mal ein Absturz kommt." Röschs Erwartungen für die deutschen Meisterschaften in Clausthal-Zellerfeld waren weit übertroffen worden. "Wir waren mehr als perplex. Als Leonhard Knöller wegen einer fiebrigen Erkältung absagen musste, dachte ich, wir starten unter ferner liefen. Dass die vorne durchgerissen haben, ist schon etwas Besonderes", meint der Ski-Abteilungsleiter des DAV Ulm.
Wie gemeldet war der für den gebeutelten Knöller als Ersatzmann eingesprungene Patrick Köppe im Sprint der Jugend 16 deutscher Meister geworden. "Vorher hätte ich mich gefreut, wenn ich unter die ersten Zehn komme. Ich hab das dann zuerst gar nicht so richtig geglaubt, dann hab ich mich tierisch gefreut", berichtete der 15-Jährige. Als Rösch wegen Knöllers Ausfall am Dienstag um 11 Uhr im Anna-Essinger-Gymnasium angerufen hatte, hatte er von Rektor Marius Weinkauf und Sportlehrer Frieder Brachmann in kurzer Zeit grünes Licht für den Zehntklässler erhalten, schließlich stand bereits am Mittwochmorgen die Abfahrt in Richtung Niedersachsen an.
"Die Klasse und der Schulleiter haben sich mit mir gefreut", sagt Köppe, der mit null Fehlern bei den beiden Schießeinlagen wohl den besten Wettkampf seiner bisherigen Sportlerkarriere zeigte. Der Schützling von Trainer Matthias Rösch will, gestärkt durch den Titel, in der nächsten Saison noch stabiler auftreten: "Ich probiere, an meinem Stehendschießen zu arbeiten. Und in der Gesamtwertung des Deutschland-Pokals ist nächste Saison mein Ziel, unter die ersten Zehn zu kommen." In diesem Jahr landete Köppe auf Platz 15.
David Pfeil - zunächst mit seinen Saison-Ergebnissen nicht so zufrieden - sieht sich unterdessen durch den größten Erfolg seiner Karriere in seinem Wechsel ans Skif bestätigt: "Das hat mich sehr ermutigt. Ich habe lange darauf hingearbeitet, diesmal hat es genau zum Höhepunkt der Saison super geklappt." Die DAV-Biathleten hätten gezeigt, dass aus Ulm etwas nachkomme, was sich hoffentlich, so Pfeil, auch auf die Sponsoren auswirke. Im Einzellauf der Jugend 17 hatte er sich nach nur zwei Fehlern bei vier Schießeinlagen mit fast zwei Minuten Vorsprung aufs oberste Podest katapultiert.
"Für meine Verhältnisse habe ich hervorragend geschossen", weiß der Schützling von Skif-Trainer Dirk Scheja, "erst wusste ich nicht, für was das reicht. Nach einer Dreiviertel-Stunde war dann klar, dass ich gewonnen habe." Zu Ehren der Sieger wurde von einem Chor sogar die Nationalhymne gesungen. Wenn Pfeil das nächste Mal von Furtwangen nach Hause kommt, soll es jetzt ein größeres Fest geben. Im nächsten Winter will sich der jugendliche Skijäger für die europäischen Jugendspiele in Tschechien qualifizieren und in den C2-Kader aufrücken.
Werner Rösch sieht sich in seiner Konzeption bestätigt. Der Biathlon-Enthusiast sinnt freilich bereits auf weitere Verbesserungen: "Wir machen das hier alle nach Feierabend. Wir kämpfen darum, eine Trainerstelle zu bekommen. Ich hoffe, dass unsere Erfolge vom DSV zur Kenntnis genommen und bei den Trainerstellen berücksichtigt werden."
Als kleine Belohnung für die glanzvollen Resultate dieser Saison nimmt er acht seiner besten Athleten mit zu den norwegischen Meisterschaften nach Liatoppen. Verdient haben das seine Asse allemal.
Salto vorwärts in Richtung London
09.03.2010 17:30 Uhr
Von Wilfried Läbe
Berlin Olympia 2012 in London als aktive Turnerin zu erleben: Das ist schon von Kindesbeinen an ein großer Traum des 14-jährigen Ausnahmetalents Janine Berger. Jetzt hat die Gymnasiastin aus Bubesheim einen Salto vorwärts gemacht, ihre Träume in die Wirklichkeit zu überführen. Beim Wettkampf der Juniorinnen in Berlin-Kienbaum wurde Berger Sechste. Sie erreichte 48,650 Punkte. Siegerin Katja Roll schaffte 50,950 Zähler. Mit dieser Leistung qualifizierte sich Berger für den Länderkampf gegen England (Altersklassen 14 und 15 Jahre), der am 21. März in der Kleinstadt Lilleshall stattfindet, sowie für die Junioren-Europameisterschaft, die vom 28. April bis 2. Mai in Birmingham ausgetragen wird.
Zehn Turnerinnen (in der Mehrzahl bereits zur Altersklasse 15 gehörend) bewarben sich in Berlin-Kienbaum um die fünf Plätze im deutschen Team. Vier Turnerinnen haben sich auf Anhieb qualifiziert. Wer neben Desiree Baumert sowie Katja Roll (beide Karlsruhe), Adina Hausch (Stuttgart) und Janine Berger (Ulm) die Fünfte im Bunde sein wird, ermittelt der Deutsche Turnerbund (DTB) noch in einer weiteren Qualifikationsrunde.
Berger aber ist sicher dabei, wenn es zweimal innerhalb weniger Wochen auf die Insel geht. Und das mit einer weiteren Leistungssteigerung im Reisegepäck. In ihrem täglich vierstündigen Trainingsprogramm unter Trainer Gabor Szücs am Ulmer Leistungszentrum hatte die 14-Jährige ihre Übungen so verfeinert, dass sie beim Sprung mit 13,70 ihre bisherige Bestnote an diesem Gerät erreichte und Teilnehmerbeste wurde. Auf dem Balken kam sie auf 12,20 Punkte und wurde Zweite, am Boden reichten die 12,85 Punkte zu Rang drei. Lediglich an ihrer Vorstellung am Barren, mit 9,90 Punkte, (hier war sie die Schwächste) gab es etwas auszusetzen.
„Gut gemacht, du hast wieder viel dazugelernt“, beglückwünschten der mitgereiste Trainer des Ulmer Leistungszentrums, Gabor Szücs, und Vereinstrainerin Milena Nolte ihren Schützling. DTB-Cheftrainerin Ulla Koch und ihr Ehemann Dieter als DTB-Chefmanager zeigten sich gar euphorisch: „Wir sind geradezu begeistert, mit welch einer Disziplin und welch einem Durchhaltevermögen Janine hier aufgetreten ist. Wenn sie so weitermacht (und da haben wir keinen Zweifel), steht sie nicht nur beim Länderkampf und bei den Junioren-Europameisterschaften vor den Toren der Olympiastadt 2012.“
Täglich vier Stunden Training
Zunächst aber ist für die 14-Jährige bei aller Freude über die großartigen Leistungen bei der Qualifikation wieder Alltag angesagt. Um halb sieben Uhr morgens geht sie aus dem Haus, besucht die Schulstunden im Ulmer Anna-Essinger-Gymnasium und danach von 14 bis 18 Uhr das Training im Leistungszentrum auf dem Ulmer Kuhberg. Sie tut es gern und mit nicht nachlassender Begeisterung.
Erfolge wie jetzt in der Hauptstadt sind da ihre anspornenden Wegbegleiter. „Mit meinem jetzt erreichten Ausgangswert von 5,2 Punkten bin ich meinem Traum in gutes Stück näher gekommen. Ich bin selbstbewusst genug, um mir bei den Europameisterschaften das Finale als Ziel zu setzen,“ sagt Berger. Und danach will sie weitergehen auf ihrem Weg zu Olympia 2012.
Beim Mathe-Spaß rauchen die Köpfe
Von Gerrit-R. Ranft
Ulm Eins und eins geht ja noch. Wie aber, wenn es heißt: „Zeichnen Sie in der x-y-Ebene alle Punkte (x|y) für die gilt: |x| + |x -y| = 4? Dann ist an der Ulmer Universität wie am vergangenen Samstag „Tag der Mathematik“ für Schüler an den Gymnasien der Region. Angemeldet hatten sich 196, gekommen waren nur 150 - des Wintereinbruchs wegen.
Denn sie hatten am frühen Morgen, der gut zwanzig Zentimeter Neuschnee gebracht und manche Straßensperre verursacht hatte, weite Wege zurückzulegen. Aus Ingolstadt waren sie angereist, aus Kempten und Tettnang, aus Sigmaringen. „Ich freue mich sehr“, sagte Professor Ulrich Stadtmüller als einer der Veranstalter, „dass sie trotz dieser ungünstigen Witterung die Fahrt auf sich genommen haben“. Beweise sich doch auch die Begeisterung fürs Fach Mathematik. Die beiden Neu-Ulmer Gymnasien waren mit 32 „rauchenden Köpfen“ vertreten, die Ulmer mit 56.
„Na ja“, sagt Janina vom Ulmer Essinger-Gymnasium, „die Aufgaben hatten es schon in sich mit Wahrscheinlichkeits- und Vektorrechnung“: Sie habe aber ein ganz gutes Gefühl. Markus aus Tettnang nannte machbar, was ihm vorgesetzt worden war, und Lucia hatte ihr räumliches Vorstellungsvermögen aktivieren müssen, als es um die denkbaren Drehachsen eines Würfels ging. Alle hätten sie Spaß an Mathematik. Denn sie hatten sich freiwillig gemeldet für den Tag des Wettbewerbs. Sie wissen als Zwölftklässler auch schon ganz gut, wohin die Mathematik sie eines Tags führen könne - in Banken und Versicherungen, in die Informatik, zur Physik, in die Wirtschaft, vielleicht auch einfach in die Lehre, um neue Schülergenerationen fürs Fach zu begeistern.
„Mathematiker,“ stellt Professor Stadtmüller gegenüber der Neu-Ulmer Zeitung heraus, „sind Generalisten, die eigentlich überall Fuß fassen können, auch dort, wo Mathematik gar nicht so sehr gebraucht wird“. Mathe prägt die Art des Denkens, fördert das logische Denkvermögen. Allerdings sei die Mathematik an den Schulen auf dem Rückzug.
Schüler bayerischer Gymnasien hätten - wie auch heuer wieder - in den vergangenen Jahren in den Wettbewerben fast immer vorn gelegen. „Dort werden ja auch fünf Wochenstunden Mathematik gelehrt, wo es in Baden-Württemberg nur vier sind“. Aber mit der um ein Jahr verkürzten Schulzeit werde auch Bayern eine Stunde Mathe verlieren. Schon jetzt registrierte Stadtmüller, dass seine Studenten „weniger wissen“ als früher und dass auch der Umgang mit dem PC die Arbeitsweise verändert.
Für die Lehrer, die den jungen Mathematikern das Fach schmackhaft machen und sie auch für den Wettbewerb am Tag der Mathematik begeistern, empfindet Stadtmüller hohen Respekt. Er braucht zudem auch so um die zwanzig Lehrkräfte, die ihm helfen, nach Abschluss der Einzel- und der Gruppenarbeiten sofort die Lösungen zu überprüfen.
„Die hier dabei sind, sind allesamt sehr engagierte Leute“. Aber die hätten an den Schulen auch immer weniger Zeit, weshalb es ja kaum mehr Arbeitsgemeinschaften gebe. Anna-Essinger in Ulm hat immerhin noch eine Mathe-AG.
Der Tag der Mathematik sei übrigens ein landesweiter Wettbewerb, sagt Stadtmüller, der gleichzeitig in Ulm, Konstanz, Heilbronn, Tübingen und weiteren Hochschulen stattfinde.
Denn die Aufgaben sind identisch, ausgearbeitet im Zentrum für Mathematik in Bensheim. Unterstützt wird der Tag der Mathematik von der Stadt Ulm und vom Arbeitgeberverband Südwestmetall. „Wir wollen auf diese Weise dazu beitragen“, sagt Götz Maier, ab 1. April neuer Geschäftsführer bei Südwestmetall, „dass unsere 65 Mitgliedsfirmen wirklich gute Leute bekommen“.
Schüler spenden für Haiti-Opfer
Drei Schüler der Anna-Essinger-Schulen haben noch vor den Ferien ein Benefiz-Konzert für die vom Erdbeben betroffenen Kinder auf Haiti veranstaltet. Jetzt liegt das Ergebnis vor: Bei der Veranstaltung im Haus der Begegnung sind 850 Euro zusammengekommen, die an den Verein "Unsere kleinen Brüder und Schwestern" überwiesen wurde. Die drei Essinger-Schüler Apon Bhuiya, Kenneth Adu Bright und Konstantin Bill hatten an jenem 10. Februar ein buntes Programm zusammengestellt, das leider nur eine begrenzte Besucherzahl hatte. Dennoch kam über Spenden, Losverkauf und den Verkauf selbergemachter Muffins eine ansehnliche Summe zusammen. Mitgewirkt haben unter anderem die Veranstalter als die Gruppe Brainstorm, DJ Chrizzly, die Lehrerband der Anna-Essinger-Schulen, C.O.P. Entertainment und die schließlich noch die Tanzschule Ten-Dance.
"Leidenschaft kann jeden packen"
14 Jugendliche haben unter Leitung von Silke Meier-Künzel und Nele Neitzke im Podium die Mini-Dramen eines Schreibwettbewerbs zum Thema "Obsessionen" auf die Bühne gebracht: "Macht uns ne Szene".
Rasante Szenenwechsel und schnell gesprochene Texte rissen die Zuschauer im Podium aus einer Leidenschaft in die nächste. Dabei ließ das weitreichende Thema "Obsessionen" mit Mini-Dramen eines Schreibwettbewerbs von Theater Ulm und Sparkasse Ulm keinen Platz für Langeweile. Die meisten verbinden Leidenschaft sicherlich einmal mit Liebe. Da kann die Frage aufkommen, wie wahrscheinlich es ist, dass sich im Zuschauerraum ein zukünftiges Paar befindet. Ob man das ausrechnen kann, so wie es die leicht überdrehte Moderatorin in der erste Szene tut, bleibt fraglich. Sicher ist, dass die Testpersonen zwischen den einzelnen Szenen ein wirklich gutes Paar abgeben, während das Publikum Tipps für ein erfülltes Liebesleben bekommt.
Beeindruckend ist auch der sprechende Kühlschrank, dem es letztendlich doch gelingt, "seine kleine Naschkatze" nachts mit Schokobons und anderen Leckereien aus dem Bett zu locken. Wir halten also fest: Die Leidenschaft kann jeden in jeder Situation packen. Bei der Arbeit, beim Schuhe kaufen oder im Theater. LYDIA SCHWÖRER
Wie viele verschiedene Facetten der Obsession es gibt, erlebt man am besten in einem Jugendschreibwettbewerb, bei dem die verschiedensten Autoren ihrer Kreativität freien Lauf lassen und zeigen, wo man die Leidenschaft und ihren kleinen Bruder, die Vernunft, aufspüren kann. Die verschiedenen Mini-Dramen wurden von den 14 Jugendlichen unter der Leitung von Nele Neitzke und Silke Meier-Künzel bearbeitet und gekürzt, so dass beispielsweise aus einem einfachen Dialog ein Stück für eine ganze Gruppe entstand, bei dem Akteure mit Stöcken als Perkussionsinstrumente auf den Boden schlagen oder auch eine Mauer bilden, um gesprochene Passagen zu verdeutlichen. Seit Ende Dezember trafen sich die jungen Schauspieler einmal pro Woche und entwickelten mit viel Kreativität und Improvisation beispielsweise aus einem Zwiegespräch eine handfeste Schlägerei von Vernunft und Leidenschaft - immer in dem Versuch, den Zuschauern möglichst unerwartete Momente zu bieten und langweilige Happy Ends zu vermeiden. Es ist ein Theaterstück herausgekommen, das mit einem "Profi-Drama" mithalten kann. DOROTHEE JUNG
"Normalerweise rette ich mich immer aus dem Fenster, wenn du zur Tür hereinkommst", sagt die Vernunft zur Leidenschaft. In "Macht uns ne Szene" am Theater Ulm bleibt sie aber erstmal da. 14 Jugendliche spielen einen wilden Szenenmix über das Duell zwischen Vernunft und Leidenschaft - und zeigen viel schauspielerisches Können. Was ist das mit der Leidenschaft, die für das Leben in der Gegenwart (und die Hingabe für Schuhe statt Schule) plädiert? Eigentlich ein ernsthafter Konflikt. Die Inszenierung von Nele Neitzke und Silke Meier-Künzel baut aber nicht nur auf Ernst, sondern auf Unterhaltung und überzeugt durch lustige Einfälle. Zum Leben, das wird klar, gehört nicht nur Verstand. Die vielen Szenen der jugendlichen Autoren zeigen, wie mal der eine, mal der andere triumphiert. Pascals und Lauras Verstand jedenfalls haben genug: Sie sind dann mal weg. ANTONIE BIERLING
Statt Büttenrede debattieren
Ulm. Die Qualifikation und das Finale des Schulverbundwettbewerbs von „Jugend debattiert“ fanden am 9. und 10. Februar im Anna Essinger-Gymnasium und in der Sparkasse Ulm in der Neuen Mitte statt. Vier Ulmer Jugendliche qualifizierten sich für die Landesqualifikation in Stuttgart und rückten somit dem Sieg im Bundesfinale einen kleinen Schritt näher.
Herzklopfen, nervöses auf und ab Gehen im Gang, leises Murmeln und noch eine letzte Rücksprache mit dem Partner – vergangene Woche war es wieder so weit: Die fünfte Jahreszeit ist nicht nur Faschings- sondern auch „Jugend debattiert“-Zeit. Nach wochenlanger Vorbereitung sollte der Schulverbundswettbewerb am 9. Februar im Anna Essinger-Gymnasium darüber entscheiden, wer ins Finale durfte und wer nicht.
Die Schüler und Schülerinnen der Sekundarstufe I, also von der achten bis zehnten Klasse, debattierten im Schulverbundswettbewerb über die Streitfragen „Soll das Radfahren auf Gehwegen bis zum vollendeten 14. Lebensjahr erlaubt werden?“ und „Soll im Sportunterricht auf Notengebung verzichtet werden?“ Frederik Mangels vom Humboldt-Gymnasium, Ercan Özkan vom Hans & Sophie Scholl-Gymansium, Tina Schlüter vom Anna Essinger-Gymnasium und Miriam Wolf vom Humboldt-Gymnasium qualifizierten sich für das Finale am folgenden Tag. In der Sekundarstufe II, also von der 11. bis zur 13. Klasse, befassten sich die Schüler mit den Streitfragen „Soll die Anwesenheitspflicht in der Oberstufe abgeschafft werden?“ und „Sollen in unserer Stadt öffentliche Verkehrsmittel von allen Bürgern zum Nulltarif genutzt werden dürfen?“
Ins Finale in der Sparkasse Ulm am Tag darauf geschickt wurden Cornelius Wiedenmann vom Humboldt-Gymnaisum, Maximilian Horn und Matthias Plappert vom Scholl-Gymnasium, sowie Lenz Köhl, ebenfalls vom Scholl-Gymnasium. Einfach fiel diese Entscheidung den Juroren allerdings nicht. „Soll man bei der freien Aussprache den Schwerpunkt der Bewertung zum Beispiel auf die Einhaltung der Regeln der Debatte legen oder darauf, wer sich häufig recht forsch einfach das Wort nimmt und damit die Debatte dominiert? Diese und ähnliche Entscheidungen waren schwierig“, erzählt Renate Heizelmann, die einige Debatten mitjurierte. Zudem sei es nicht immer leicht gewesen, das Niveau der Debatte und der einzelnen Teilnehmer einzuschätzen.
In der Finaldebatte lautete das Thema in der Sekundarstufe I „Sollen behinderte und nicht behinderte Schüler gemeinsam unterrichtet werden?“ In dieser Debatte qualifizierten sich Tina Schlüter und Miram Wolf für die Landesqualifikation. Matthias Plappert und Lenz Köhl gingen aus der Finaldebatte der Sekundartsufe II als Sieger hervor. Sie hatten sich mit dem Thema „Sollen staatliche Unterstützungsleistungen für Kinder und Jugendliche in Form von Gutscheinen ausgegeben werden?“ auseinandergesetzt. Die vier Sieger erhielten ein Rhetorikseminar auf Burg Bad-Liebenzell als Preis, das sie auf die Landesqualifikation am 26. März im Eberhard-Ludwig-Gymnasium in Stuttgart vorbereiten soll.
Für die Zukunft wünscht sich Renate Heizelmann, dass nach einer Lösungsmöglichkeit gesucht werde, das Jurieren der eigenen Schüler und Schülerinnen zu vermeiden. „Es ist natürlich schwer, bei der Organisation eines Wettbewerbs von vier Schulen darauf zu achten, dass niemand seinen eigenen Schüler und Schülerinnen jurieren muss.“ Der Schulverbundswettbewerb und das „Jugend debattiert“-Format sollen auch weiterhin ein fester Bestandteil des Schulalltags bleiben.
Info „Jugend debattiert“
„Jugend debattiert“ ist ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und der Robert Bosch-Stiftung. Es soll Jugendliche aller Schularten ab der achten Klasse dazu animieren, sich mit gesellschaftlichen Problemen auseinanderzusetzen. Gleichzeitig sollen die rhetorischen Fähigkeiten der Schüler geschult und verbessert werden. Bewertet werden die Debattanten von drei Juroren nach jeder Debatte nach Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. Der Wettbewerb findet zunächst regional statt und wird dann bis zur Bundesebene ausgefochten. Eine Debatte beginnt jeweils mit je einer Eröffnungsrede der vier Debattanten, in der sie ihren Standpunkt darlegen. Im Anschluss daran folgt die freie Aussprache, in der die Debattanten ihre Argumente zu einer vorgegebenen politischen, kulturellen oder gesellschaftlichen Streitfrage austauschen. Die Debatte endet mit einer Schlussrede der Kontrahenten. Die Bewertung der einzelnen Debattanten durch die Juroren entscheidet letztendlich darüber, wer ins Finale kommt und weiter zur Landesqualifikation nach Stuttgart und zur Bundesqualifikation nach Berlin mit jeweils anschließendem Finale darf. Gekürt werden die Schulverbundssieger, Landes- und Bundessieger mit einem Rhetorik-Seminar der Hertie- und Robert Bosch-Stiftung. Im Schulverbund Ulm sind das Anna Essinger-Gymnasium, das Hans & Sophie Scholl-Gymnasium, das Humboldt-Gymnasium und das Gymnasium St. Hildegard.
Schule trifft Wirtschaft
erstellt von Jack Hauswald
Marius Weinkauf, Schulleiter des Anna-Essinger-Gymnasiums, Ulm, und Roman Hoffmann, Direktor Technik der Wilken GmbH, Ulm, besiegelten mit ihrer Unterschrift die Vereinbarung einer engen Zusammenarbeit der Schule mit dem Unternehmen.
(v.l.n.r.) Roman Hoffmann, Direktor Technik Wilken GmbH; Otto Sälzle, Hauptgeschäftsführer IHK Ulm; Dr. Peter Kulitz, Präsident IHK Ulm; Wolfgang Grandjean, Leiter Marketing und PR Wilken GmbH; Marius Weinkauf, Schulleiter Anna-Essinger Gymnasium
Anna-Essinger-Gymnasium und Wilken GmbH unterzeichnen die 50. Bildungspartnerschaft in der Region
„Das Unternehmen will das Wissen über ökonomische Zusammenhänge und das Interesse für Technik oder Informationstechnologie fördern“, so Roman Hoffmann.
So bietet die Wilken GmbH den Schülerinnen und Schülern des Anna-Essinger-Gymnasiums verschiedene Vortrags- und Workshopveranstaltungen zu Themen der IT-Branche und der Arbeit in IT-Berufen an.
„Durch Bildungspartnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen haben Schülerinnen und Schüler jetzt noch mehr Chancen, bereits in der Schule mehr Wissen über das Wirtschafts- und Arbeitsleben zu erhalten, um dann die richtige Entscheidung für einen Beruf oder ein Studium treffen zu können“, sagte Marius Weinkauf.
IHK-Präsident Dr. Peter Kulitz gratulierte den beiden Bildungspartnern und unterstrich die enorme Bedeutung, die solche Bildungspartnerschaften für die Verbesserung der Berufs- und Studienorientierung der Schüler haben.
„Unsere Region muss zu einer Bildungsregion werden, in der die unterschiedlichen Partner gemeinsam Verantwortung für die Bildung der jungen Menschen übernehmen“, so Dr. Peter Kulitz.
Die Vollversammlung der IHK Ulm hat ein Bildungsnetzwerk Schule / Wirtschaft initiiert und einen Bildungsfonds aufgelegt, der inzwischen 2,75 Millionen Euro umfasst. Ziel ist es, eine dauerhafte und systematische Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft in der Region zur Verbesserung der Berufs- und Studienorientierung zu fördern, weiter auszubauen und den Aufbau solcher Bildungspartnerschaften zu planen und zu begleiten. Ein Erfolg der Aktion: In Ulm haben bereits 70 Prozent aller öffentlichen allgemein bildenden Schulen (ohne Förderschulen) eine Bildungspartnerschaft mit einem Unternehmen.
Die Unternehmen profitieren in dem anstehenden demografischen Wandel von der Verbesserung der Berufsorientierung und Berufswahlkompetenz der Schulabgänger. Allein bis zum Jahr 2020 ist in Baden-Württemberg mit einem Rückgang der Schulabgängerzahlen um fast 20 Prozent und mit einem Mangel an Ausbildungsplatzbewerbern zu rechnen. Unternehmen müssen angesichts des demografischen Wandels vorausschauend denken und Schüler als potenzielle Mitarbeiter sehen.
In einer Arbeitswelt, die ständigen Veränderungen unterliegt, gewinnt das Thema Berufs- und Studienorientierung zunehmend an Bedeutung. Es entstehen neue Berufsfelder und neue Studiengänge. Es ist daher wichtig, die Schüler bei der Berufs- und Studienorientierung zu unterstützen und sie auf den Übergang in die berufliche Ausbildung oder ein Studium vorzubereiten.
Jugendparlament hat einen neuen Vorstand
Das Ulmer Jugendparlament hat zum ersten Mal in diesem Schuljahr getagt und einen neuen Vorstand gewählt. Mitglieder sind: Philipp Westphal vom Kepler-Gymnasium, Lenz Köhl vom Hans- und Sophie- Scholl-Gymnasium, Karina Kölzer vom Anna-Essinger-Gymnasium, Katja Münch und Myriam Bischofberger vom Humboldt-Gymnasium, Klaureta Mavraj von der Albert-Einstein-Realschule, Gabriel Bock vom Albert-Einstein-Gymnasium und Nermina Sahin von der Sägefeld Haupt- und Werkrealschule.
Das Jugendparlament hat außerdem mehrere Arbeitsgruppen eingerichtet. Die Arbeitsgruppe "Demokratie in der Schule" wird sich mit dem Thema SMV-Arbeit beschäftigen, die Arbeitsgruppe "Drogen" will den Umgang mit Alkohol und Zigaretten in den Blick nehmen und die Arbeitsgruppe "Schule" greift Fragen aus dem schulischen Alltag auf. Auch eine Gruppe zum Thema "Öffentlichkeitsarbeit" hat sich gebildet, die sich damit beschäftigt, wie man das Jugendparlament unter den Jugendlichen bekannter machen kann.
In den Gruppen können auch Jugendliche mitarbeiten, die nicht Mitglied im Jugendparlament sind. Ansprechpartnerin ist Barbara Münch, die Leiterin der Geschäftsstelle, unter Tel.: (0731) 80 014 09 oder barbaramuench(at)yahoo.de
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Zwei Spuren im Schnee
Ulm. Was mit manchem Sturz aufs Hinterteil begonnen hat, ist für Linus Reulein und Angela Walter zum liebsten Zeitvertreib geworden. Die beiden Zwölfjährigen gehören zu den größten Talenten im Ski-Bezirk.
Das mit dem Schnee, das ist ein Problem für Linus Reulein. "Es wird langsam Zeit, dass es richtig losgeht", sagt der Zwölfjährige. Zeit, dass der Schnee reichlich kommt, dadurch die Wege zum Training kürzer und vor allem häufiger werden. Zeit auch, dass endlich die ersten Rennen gefahren werden. Am vergangenen Wochenende war es soweit. Beim Saisoneröffnungsrennen in Nesselwang konnten die Talente aus der Region endlich zeigen, was sie draufhaben. Linus landete im Vorderfeld. Die gleichaltrige Angela Walter feierte sogar einen Sieg. Gelungener Einstand.
Angela Walter und Linus Reulein besuchen die 7a am Anna-Essinger-Gymnasium. Das Glück liegt für die beiden auf zwei schmalen Brettern, mit denen sie jeden Winter die Berge runterbrettern. Möglichst elegant, aber vor allem möglichst schnell. "Gas geben", will Linus in diesem Winter. "Voll angreifen", hat sich Angela vorgenommen.
Das Mädchen aus Unterkirchberg hat im Allgäu das Skifahren gelernt, genauer gesagt in Steibis bei Oberstaufen. Schon als kleines Mädchen von drei Jahren stand sie dort auf den Brettern. "Dann haben mich meine Eltern irgendwann im Skiklub angemeldet", erzählt sie. Inzwischen ist die Zwölfjährige beim DAV Ulm, wo nicht nur Talente wie sie eine Heimat haben, sondern auch Kinder, die vielleicht nicht ganz so schnell unterwegs sind, aber trotzdem jede Menge Spaß am Skifahren haben.
Skifahren ist Familiensache, noch mehr als viele andere Sportarten. Wenn die Eltern nicht die gleiche Begeisterung für die weiße Pracht aufbringen wie ihr Nachwuchs, wird es schwer. Oft sind bei den Talenten Mutter oder Vater Skilehrer, zumindest aber gibts regelmäßig Winterurlaub, Wochenenden in den Bergen. Bestes Beispiel ist Linus Reulein. Papa Thomas ist Sportwart der Skiabteilung beim TSV Erbach, auch sein älterer Bruder Moritz hat es in den Landes-Kader geschafft. Da war es nur eine Frage der Zeit, wann auch der junge Reulein dran ist.
Dann ist da natürlich noch die Frage der Kosten. Einige hundert Euro ist man schon für eine ganz normale Ski-Ausrüstung los. Leihen ist eine Alternative, gerade für Kinder gibt es Angebote über eine ganze Saison hinweg. Für diejenigen, die auf Bezirks- und sogar Landesebene Rennen fahren ist das natürlich keine Alternative.
Bei Angela Walter stehen vier Paar Ski im Keller, bei Linus Reulein sind es fünf - und die Väter dazu. "Manchmal habe ich das Gefühl, dass sie mich da unten einschließen", erzählt Thomas Reulein lachend. Schleifen, schrauben, wachsen, das ist bei beiden Familien Männer-Sache. Die Schuld-Frage, wenn das Brett mal nicht so läuft, ist entsprechend schnell geklärt.
Den Sommer über haben die Zwölfjährigen an der Kondition gefeilt. Denn der alte Spruch "Wintersportler werden im Sommer gemacht", ruft bei ihnen zwar keine Begeisterungsstürme hervor, "aber man gewöhnt sich dran", meint Linus. Auf den Gletscher gehen sie da viel lieber, und wenn im Allgäu die Unterlage passt, dann steht jeden Freitag der Kleinbus vor der Schultür und es geht ab in die Berge, manchmal bis zum Sonntag Abend. Hausaufgaben sind zum Glück kein Thema. Nicht umsonst ist das Essinger-Gymnasium mit dem Sportzug Ganztagesschule. "Und unter der Woche gehen wir auch nachmittags öfter trainieren", erzählt Linus, denn am Wochenende werden sich jetzt die Rennen häufen.
Mit Caro Fischer und ihrem "Co" Peter Heeger haben die beiden am Ulmer Stützpunkt eine versierte Trainerin. Angela hat bereits einen Winter mit dem Duo an der Form gefeilt. "Sie ist echt klasse. Das macht richtig Spaß", erzählt die Zwölfjährige. 15 talentierte Sportler aus der Region Neu-Ulm, Alb-Donau und Ostalb sind zusammen unterwegs.
Bei Familie Walter wird trotz des zeitintensiven Hobbies der Tochter Winterurlaub gemacht. Eine Woche Steibis in den Winterferien muss drin sein, dort, wo alles einst angefangen hat. "Bei uns gibts keinen normalen Skiurlaub mehr. Ehrlich gesagt freuen wir uns inzwischen über jeden Tag, an dem wir keinen Schnee unter den Füßen haben", meint dagegen Thomas Reulein. Linus grinst. Ganz ernst meint es der Papa wohl nicht. Wenn doch, hat er keine Chance. Denn: "Skifahren ist das Größte", sagt der Filius. Und was ist mit Snowboard? "Auf keinen Fall!"
In aller Stille
12.12.2009 05:54 Uhr
Thalfingen (köd) - Werke seines Studienfreundes und Weggefährten Konrad Neubrand zeigt derzeit der Thalfinger Insel-Galerist Manfred Bittner.
Der 68-jährige Konrad Neubrand hatte in den letzten Jahren mehrere große Ausstellungen, unter anderem seiner Akte. In der Insel-Galerie 44 stellt er seine Stillleben und Interieurbilder aus, die sich vornehmlich in drei Gruppen aufgliedern - Stillleben wie jene mit Obst, Gemüse, aber auch mit Musikinstrumenten oder mit einer Teekanne und Medikamenten, in Pflanzen- und Blütenbilder wie den „Philodendron am Fenster“ oder den an van Gogh erinnernden „Asternstrauß“ und in eine dritte Gruppe von Arbeiten, die bereits in den 60er-Jahren entstanden, zu einer Zeit, als Konrad Neubrand sein Studium mit der Arbeit in Fabriken und Werkhallen finanzierte. Diese Bilder wirken wie in Farben ausgedrückte Arbeiterliteratur.
Der begeisterte Jazz-Musiker Konrad Neubrand, der auch diesen Musikstil in Bildmotiven fasste, unterrichtete bis 2006 am Anna-Essinger-Gymnasium. Nach seiner Pensionierung gründete er den „Verein für historische Druckverfahren“.
Politik auf der Schulbühne
Politik auf der Schulbühne Schüler des Anna-Essinger-Gymnasiums organisieren Podiumsdiskussion
Es ist die heiße Wahlkampfphase. Und gerade deshalb holen zwei Abiturienten Bundestagskandidaten in die Schule. Fünf Politiker debattieren leidenschaftlich - die Themen bestimmen die Schüler.
ISABELLA HAFNER
Ulm Erstwähler beteiligen sich an Wahlen unterdurchschnittlich. Wie der Politikwissenschaftler der Uni Mannheim, Thorsten Faas, sagt, "gibt es viele Bürger , die erst mit 30 zum ersten Mal wählen". Für die Schüler Tobias Weidmann (18) aus Söflingen und Markus Wildbihler (18) aus Neu-Ulm unverständlich - auch wenn sie selbst einige Jugendliche kennen, die erst noch für Politik begeistert werden müssen. Doch da sind die beiden Abiturienten des Anna-Essinger-Gymnasiums auf einem viel versprechenden Weg.





Sie haben bereits eine Podiumsdiskussion vor der Europawahl organisiert. Letzten Dienstag brachten die engagierten Jungs erneut lokal hochrangige Politiker zu einer Debatte in ihre Schule. Sie selbst moderierten die Veranstaltung. Moderationserfahrung sammelten sie während der Ferien in Berlin. Dort hat der studentische Verein "Politikfabrik" entsprechende Workshops mit dem Fokus auf Politik angeboten. Zurück in Ulm konnten sich Tobias und Markus nun in einer realen Runde als Diskussionsleiter erproben.
Das Publikum: 80 Erstwähler der Schule. "Für uns alle ist die Veranstaltung wichtig. Schließlich wollen wir uns ja sicher sein, dass wir die für uns richtige Partei bei der Bundestagswahl wählen", sagt Markus Wildbihler. Die Podiumsgäste: Christof Nagel (CDU), Hilde Mattheis (SPD), Michael Joukov (Grüne), Uli Walter (FDP) und Walter Schmid (Linke). Fünf Kandidaten - fünf starke Temperamente. Es folgte eine hitzige Debatte, die von den beiden Jugendlichen souverän geleitet wurde. "Gleich zu Beginn gab es Regeln. Zwei Minuten maximale Redezeit. Für den Notfall haben wir uns eine Glocke aus der Schulrezeption geholt", sagt Markus und fährt fort: "Eigentlich war ihr Verhalten uns gegenüber ganz ordentlich. Ab und zu wurde zwar versucht uns zu ignorieren und einfach weiterzureden. Dann gingen wir dazwischen." Kleinlich wollte man aber nicht sein. "Ein Redebarometer wie beim Kanzlerduell im Fernsehen hatten wir nicht."
Bei der Themenauswahl gings ganz demokratisch zu. Im Internet äußerten Mitschüler, welche Themen zur Sprache gebracht werden sollten. Ganz oben auf der Hitliste: Die Wirtschaftskrise. Dicht gefolgt von den Debatten um Mindestlohn, Steuerpolitik, Wehrpflicht und Bildung. In der Diskussion schließlich war die von den Schülern ebenso als wichtig empfundene Afghanistan- und Umweltpolitik großes Thema. Im Anschluss hatten die Schüler die Qual der Wahl. Das Ergebnis fiel zugunsten der Grünen (35,3 Prozent) aus. Die Piraten-Partei erhielt immerhin 7,8 Prozent der Stimmen. Markus Fazit der Veranstaltung ist positiv: "Seitdem haben wir im Jahrgang mehr über Politik geredet."
Dass Politik wichtig ist, haben sie ihren Mitschülern gezeigt. Werden die beiden selbst die Politiker von morgen sein? Eine wichtige Rolle soll die Politik im Beruf spielen. Vielleicht als Lehrer, vielleicht als politischer Berater. Bleibt noch eine Frage: Haben die Jungs ihr politisches Interesse in die Wiege gelegt bekommen? "Nein", sagen beide. Am meisten Anteil hat wohl ihre engagierte Gemeinschaftskundelehrerin. Sie motiviert ihre Schüler stets dazu politische Veranstaltungen zu besuchen. Die Familien der beiden seien "ganz normal" politisch interessiert. Markus ist informiert. Schmunzelnd gibt er zu: "Ich werde sicherlich eine andere Partei wählen als der Rest meiner Familie." Welche? - Das verrät er nicht.
Sozialprojekt 09/10
Von der Schulbank auf die Station
24.09.2009 05:55 Uhr
Ulm (AZ) - Im jetzt gestarteten Schuljahr begleiten Oberstufenschülerinnen des Anna-Essinger-Gymnasiums ein Jahr lang den Alltag auf verschiedenen Stationen des Universitätsklinikums Ulm. Das berufsorientierte Sozialpraktikum soll ihnen Einblicke in die Arbeitswelt geben und soziale Kompetenzen trainieren.
„Ich möchte wissen, was es heißt zu arbeiten, mich dabei gut zu organisieren, mit Patienten, Kollegen und Vorgesetzten richtig umzugehen“, fasst die 17-jährige Karina ihre Wünsche für das Praktikum zusammen. Ein Jahr lang wird sie drei Stunden pro Woche auf der Station für Knochenmarktransplantation des Klinikums arbeiten. Acht weitere Oberstufenschülerinnen sind auf verschiedenen anderen Stationen im Einsatz, die sie im Gespräch mit den Stationsleiterinnen selbst ausgewählt haben.
Organisiert hat das Projekt Tiziana Valdini, Geschichts- und Englischlehrerin am Ulmer Anna-Essinger-Gymnasium, in Zusammenarbeit mit der Pflegedienstleitung des Klinikums. „Wir möchten, dass unsere Schüler die Arbeitswelt kennenlernen und soziale Kompetenzen erwerben“, erklärt Tiziana Valdini, die selbst viele Jahre als Krankenschwester tätig war. „Sie sollen lernen, im Team zu arbeiten, Kritik anzunehmen, sich angemessen zu verhalten, Verantwortung zu tragen und eigene Grenzen zu erkennen“, so Valdini. Die Pflegedirektorin des Universitätsklinikums, Anna Maria Eisenschink, will genau das ermöglichen: „Die Klinik mit ihrer komplexen Organisation und den vielen verschiedenen Menschen ist ein idealer Ort dafür. Zugleich möchten wir bei den Schülern das Interesse an Berufen im Gesundheitswesen wecken, das vielfältige Einsatzmöglichkeiten im medizinischen, pflegerischen, technischen und betriebswirtschaftlichen Bereich bietet.“
Dana, Schülerin der Klasse 11, hat sich zu ihrer beruflichen Zukunft bereits Gedanken gemacht, sie möchte möglicherweise Kinderpsychologin werden: „Ich bin sehr gespannt auf meinen Einsatz auf der Kinderkrebsstation. Ich möchte herausfinden, wie das Arbeiten in solch einer Einrichtung organisiert ist, ob ich mich dort einfinden kann, ob ich auch geeignet bin, mit den Belastungen umzugehen.“ Betreut werden die Schülerinnen von den Stationsleiterinnen und -leitern am Klinikum, die mit ihnen sinnvolle Einsatzmöglichkeiten besprechen und für Fragen ein offenes Ohr haben. In Feedbackrunden tauschen sich die Beteiligten während der Projektdauer aus, am Ende des Schuljahres erhalten die Schüler ein Kurzzeugnis, das sie für Bewerbungen nutzen können.
WAHLGANG’ 09 in Ulm
Das WAHLGANG ‘09 Auto hielt heute vor den Toren des Anna Essinger Gymnasiums und wir trafen auf eine kleine aber feine Runde von circa 80 Schülern. Fünf politische Kandidaten, fünf starke Temperamente. Schon zu Beginn wurde deutlich, dass sich eine hitzige Debatte zusammenbraute. Zum Einstieg wurde der Afghanistaneinsatz der Bundeswehr in Frage gestellt, danach folgte eine spannende Diskussion über die Umweltpolitik.
Die Politiker führten die Schüler in einen wilden Zahlen- und Faktendschungel, der für alle Nichtexperten schwer einsehbar war. Am Ende war nur eines klar: „Der Strom kommt aus der Steckdose“, so der FDP Kandidat. Während Die Linke die Geldgier der Atomlobbyisten kritisierte und Atomkraftwerke als „Lizenz zum Gelddrucken“ bezeichnete, sprach die CDU von einer notwendigen Brückentechnologie.
Als letztes großes Thema kam die für Schüler besonders relevante Bildungspolitik zur Sprache. Längeres gemeinsames Lernen forderte der Politiker der Linken, der als Lehrer die Praxis kannte. Der blutjunge Vertreter der CDU betonte, dass deutsche Sprachkenntnisse die wichtigste Grundlage zur Bildung seien. Alle sollten zum Schulbeginn an der „gleichen Startlinie“ stehen. Die Diskussion bewegte sich auf einem hohen Niveau und trotzdem kam der leidenschaftliche Meinungskampf nicht zu kurz. Die jungen Moderatoren waren keine Neulinge und wussten die Politiker sachte, aber bestimmt in ihre Redeschranken zu weisen.
Ein Vergleich der Bildungssysteme
Ulm, 15. Mai 2009 Schüler erzählen
Drei Wochen lang war Bildung das Thema in der SÜDWEST PRESSE. Zum Abschluss blicken fünf Essinger-Schüler über den Tellerrand hinaus, die auch den Schulbetrieb in anderen Ländern kennen.
Verena Schühly
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Viermal 15 Jahre alt, einmal 14 - und doch schon in der Welt rumgekommen, das sind (von links) Eldin Gigovic, Brittany Zimmerman, Anna Eisele, Busula Oyenubi und Emina Ramadani. Sie können das deutsche Schulsystem mit dem anderer Länder vergleichen - und haben unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Foto: Maria Müssig
Eldin Gigovic ist 15 Jahre alt und besucht die achte Klasse der Anna-Essinger-Realschule. Geboren ist er in Söflingen, weil seine Eltern hierher vor dem Bürgerkrieg im ehemaligen Jugoslawien geflohen waren. Als er fünf war, ging die Familie zurück nach Bosnien – um vor zwei Jahren wieder nach Ulm zu kommen. Die Umstellung fiel dem Jugendlichen leicht: „Ich habe in Bosnien deutsches Fernsehen geguckt und so die Sprache nicht verlernt.
Außerdem können dort viele Schüler Deutsch, weil sie in der gleichen Situation wie ich sind.“ Fünfeinhalb Jahre war er in einer bosnischen Schule, seit zwei Jahren ist er an einer deutschen. „In Bosnien ist es leichter, weil man da nicht einige wenige Tests schreibt, sondern man wird viel öfter abgefragt. So kann man seine Noten durch mündlichen Einsatz leicht verbessern.“ Außerdem haben die Schüler früher Physik- und Technik-Unterricht. „Und man lernt auch mehr über andere Länder“, findet Eldin.
Anna Eisele ist ebenfalls 15, Deutsche und war vier Monate lang in Australien. Sie hat dort eine katholische Schule besucht: „Dort war es sehr streng und sehr konservativ. Es gab Schuluniformen, Makeup und Nagellack waren tabu.“ Die Neuntklässlerin am Essinger-Gymnasium war dort in die elfte Klasse eingestuft, sie konnte in Mathe und anderen Fächern locker mitmachen. „Das Bildungsniveau ist nicht so hoch wie bei uns.“
Sitzenbleiben kann man nicht, es gibt auch keine unterschiedlichen Schultypen. „Da helfen sich die Schüler gegenseitig, das stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl.“ Dazu tragen die häufigen Schul- und Jahrgangsversammlungen bei, in denen „die Sachen beredet werden, die an der Schule laufen“. Im Gegensatz zum strengeren Äußeren ist aber der Umgangston lockerer, auch zwischen Schülern und Lehrern.
Brittany Zimmerman (15) ist Amerikanerin, aufgewachsen in Costa Rica und kam vor fünf Jahren mit ihren Eltern hierher. „Ich konnte kein Wort Deutsch.“ Sie kam in die Vorbereitungsklasse an der Adalbert-Stifter-Schule, um die Sprache zu lernen, und hat nebenher eine private Sprachschule besucht „mit lauter Erwachsenen“. Nach einem Jahr kam sie in die fünfte Klasse des Essinger-Gymnasium, „weil ich ja Englisch und Spanisch konnte“. Das erste Jahr war „sehr anstrengend“, berichtet sie, weil sie viel lernen musste.
Im Vergleich ist Schule in Deutschland viel strenger, und es wird mehr Leistung gefordert. „Aber das ist besser, weil man das Wissen ja später im Leben braucht.“ Sie würde gerne hier Abi machen und vielleicht auch studieren, „denn die Ausbildung in Deutschland hat überall in der Welt einen guten Ruf“. Schade findet sie nur, dass der Kontakt zwischen Lehrern und Schülern hier häufig wenig persönlich ist.
Emina Ramadani ist 14 Jahre alt und hat einen ähnlichen Hintergrund wie Eldin. Auch sie ist in Deutschland geboren, kehrte mit ihren Eltern nach Bosnien zurück und seit zwei Jahren wieder da. Sie hat in der Heimat eine Schule besucht, in der die Mehrheit der Schüler Moslems waren und in der es ziemlich streng zuging. „Ich war dort eine gute Schülerin. Durch das ständige Abfragen der Lehrer waren alle gezwungen, etwas zu tun.“
Sie wurde hier ins Gymnasium eingestuft, aber mit Deutsch und Französisch war es schwierig, so dass sie inzwischen die Essinger-Realschule besucht. „Wenn es mit den Noten passt, will ich aber nach der zehnten Klasse weitermachen.“ Schule in Deutschland findet sie „auf jeden Fall leichter“. Dazu kommt, dass hier die Freizeit für junge Leute eine wichtige Rolle spielt: „Hier gibt es so viel Angebote. In Bosnien lenkt nichts ab – da bleibt einem gar nichts anderes übrig, als zu lernen.“
Eine wirklich strenge Erziehung hat Busula Oyenubi in ihrer Heimat Nigeria erfahren. „Da schlagen die Lehrer die Schüler noch – und die Eltern machen nichts dagegen“, sagt die 15-Jährige, die auch in die achte Klasse der Essinger-Realschule geht. Ihr Vater hat sie vor fünf Jahren nach Deutschland nachgeholt – obwohl sie damals kein Wort Deutsch konnte. „Aber in Lagos hätte ich ins Internat gemusst, das wollte ich nicht.“
Die neue Sprache hat sie in einem halben Jahr in der Vorbereitungsklasse gelernt, und ihre Eltern haben dann entschieden, dass sie erst mal auf die Realschule gehen soll. „In Deutschland sind die Lehrer viel sanfter, die schreien höchstens, wenn sie sich ärgern.“ Überhaupt fühlt sich Busula hier wohler und sicherer: „Hier hat alles feste Regeln.“ Während in Nigeria auf dem Stundenplan fast nur Mathe, Englisch und Französisch stehen – „unsere Muttersprache war an der Schule verboten“ –, lernen die Schüler in Deutschland viel mehr Fächer. „Ich habe zum Beispiel früher gar nicht gewusst, dass es außer Afrika noch so viele andere Länder und Kontinente gibt.“
14-Jährige Ulmer sahen vorab den neuen Potter
14. Juli 2009
Am Donnerstag kommt der neue Harry-Potter-Film weltweit in die Kinos. Drei Ulmer Achtklässler haben ihn schon gesehen – der Verleih hatte sie als Belohnung für gute Schülerkritiken nach München eingeladen.
Magdi Aboul-Kheir
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Gruppenbild mit Harry Potter (von links): Moritz Eifert, Linus Scheck und Felix Gaus im Münchner Mathäser-Kinopalast. Foto: Magdi Aboul-Kheir
Nicht von Gleis 9 3/4, sondern von Gleis 2 fährt der Express diesmal ab. Und eigentlich geht die Reise auch nicht zur Hogwarts-Zauberschule, sondern zu einem Palast der anderen Art: Felix Gaus, Linus Scheck und Moritz Eifert, drei Ulmer Schüler, sind unterwegs nach München, wo sie im Mathäser-Kinopalast eine Pressevorführung von „Harry Potter und der Halbblutprinz“ ansehen dürfen. Kinomagie statt Schulalltag.
„Ein super Ausflug“, freuen sie sich. Denn: Das sechste Harry-Potter-Kinoabenteuer wird offiziell erst eine Woche später zu sehen sein. In dem Film geht es unter anderem darum, ob Potter tatsächlich der „Auserwählte“ ist – die 14-jährigen Ulmer wurden vom Warner-Brothers-Verleih ausgewählt.
„Es ist eine besondere Belohnung für die drei Jungs“, sagt Hans-Otto Leibing, Betriebsleiter des Ulmer Xinedomes. Seit vergangenen Herbst zeigt Leibing Schülerinnen und Schülern aus der Ulmer Region immer mal wieder vorab Filme – und die schreiben dann Kritiken.
Leibing geht es darum, den Nachwuchskritikern „nicht irgendwelchen Schrott“ zu zeigen, sondern gehoben-populäre Kinounterhaltung wie „Tintenherz“, „Twilight“ oder „Slumdog Millionär“.
Das Kino und die Verleiher erhalten authentische Reaktionen aus der Zielgruppe, die Schüler wirken quasi als Multiplikatoren – und sie haben die Freude, den Film schon vor allen anderen gesehen zu haben.
Es war eine besonders gut geschriebene „Tintenherz“-Kritik von Felix Gaus, Linus Scheck und Moritz Eifert, die der Warner-Verleih nun mit einer Einladung nach München belohnt.
Am Morgen hat das Trio, das die Klasse 8e des Anna-Essinger-Gymnasiums besucht, noch eine Englisch-Arbeit geschrieben, nun geht es zum berühmtesten britischen Zauberlehrling. „Super, eine Woche vor den anderen den neuen Potter zu sehen!“, sagt Linus Scheck grinsend.
Natürlich haben die drei alle Harry-Potter-Bände gelesen. „Mit zehn oder elf habe ich angefangen“, erzählt Gaus, und Eifert ergänzt: „Das sind die einzigen Bücher, bei denen ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen.“
Sind sie aufgeregt, obwohl sie die Handlung schon kennen? „Das ist trotzdem total spannend. Man fragt sich ja auch: Wie setzen die das um?“
Die Ulmer betreten den Saal 6 des Mathäser-Palasts: 850 Plätze, Riesenleinwand, Top-Sound – besser kann man in Süddeutschland kaum Filme ansehen. Und dann gibt es „Harry Potter und der Halbblutprinz“: Gut gegen Böse, Zaubertränke und Quidditch, großes Drama und kleine Liebeleien.
Nach zweieinhalb Stunden Hollywood-Spektakel ist es vorbei – aber dafür haben die Drei einiges zu erzählen.
„Jetzt können wir unsere Mitschüler und Freunde ein wenig ärgern. Und sie auf die Folter spannen.“ Gelächter im Kinofoyer.
Freilich muss auch diesmal eine Kritik geschrieben werden – aber das machen die Achtklässler gern. „Und wenn der Film dann richtig angelaufen ist, gehen wir auch nochmal rein.“ Vorerst steht die Heimfahrt an. Wenn auch nicht mit dem Hogwarts-Express, sondern nur mit dem Intercity.
Essinger-Lehrer berichtet aus dem Alltag
Ein Realschullehrer über Erfolg, Niederlage und seine Arbeit
05. Mai 2009
Der schwierige, geliebte Job
Seit 30 Jahren arbeitet Gerhard Schröder als Lehrer. Täglich will er motivieren, ist Erzieher und Wissensvermittler zugleich. Blicke auf die Jahrzehnte, auf Schülerprobleme und Einzelkämpfer im Klassenzimmer.
Patrick Guyton
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Gerhard Schröder im Chemie-Unterricht: Von der ersten Minute an muss er loslegen, sein Einsatz und seine Flexibilität sind gefordert. Foto: Matthias Kessler
Manchmal könnte Gerhard Schröder verzweifeln. Wenn ein Neuntklässler, den er unterrichtet, am Wochenende nach einer Party in einem kleinen Park gefunden wird – bewusstlos, bis zum Kragen voll mit Wodka. Wenn Schüler schlechte Noten schreiben, obwohl sie es besser könnten, und die Schule abbrechen: „Das ist die größte Niederlage für einen Lehrer.“ Oder wenn er sieht, dass 12- und 13-Jährige nicht mit Messer und Gabel essen können, weil sie es nie gelernt haben.
Manchmal könnte Gerhard Schröder vor Freude in die Luft springen: Ein Schüler, der mit Hängen und Würgen bei ihm die Mittlere Reife geschafft hat, spricht ihn in der Fußgängerzone an und erzählt, dass er jetzt in München eine Arztpraxis hat. Ein Mädchen mit schweren Problemen, um das sich Schröder sehr bemüht hat, schreibt nun in der 12. Klasse Gymnasium glänzende Noten. Ein Junge, „der fast auf die schiefe Bahn geraten wäre“, arbeitet jetzt als Schreinermeister im eigenen Betrieb.
Und manchmal könnte Gerhard Schröder lachen und weinen zugleich. Wenn etwa ein Mädchen nach dem Schullandheim sagt: „Das waren so tolle zehn Tage. Und jetzt bin ich wieder allein zuhause.“
Gerhard Schröder: 54 Jahre alt, Lehrer an der Anna-Essinger-Realschule in Ulm. Seit 30 Jahren im Dienst, erst an der Hauptschule – „das war ein Stahlbad“ – und nach einem Aufbaustudium seit 1980 in der Donaustadt. Fächer: Chemie, Mathematik, Technik. Schröder ist einer von knapp 98 000 Lehrern in Baden-Württemberg. Wie sieht seine Arbeit aus?
Montag, 8.35 Uhr, Chemie in der Klasse 8b. 30 Schüler sitzen dicht an dicht im Unterrichtsraum, sind noch aufgedreht vom Wochenende. Von der ersten Minute an muss Gerhard Schröder loslegen. Seine Konzentration ist gefordert, sein Einsatz, seine Flexibilität.
Mit einem Besenstil zeigt er auf die Elementetafel an der Wand. Im Abzug stellt er ein gelbgrünes Gas her. „Schwimmbad“, sagen einige Schüler. „Richtig“, bestätigt Schröder, „es handelt sich um Chlor.“ Es tötet Bakterien ab, ist aber für den Menschen in sehr geringer Dosierung ungefährlich. Es bleicht, macht rote Sachen gelb. Zwei Mädchen schauen ihn zweifelnd an. „Chemie kann man wirklich verstehen“, sagt er. „Ihr braucht davor keine Angst zu haben.“
Später in der großen Pause sitzt er an seinem Platz im Lehrerzimmer. „Bei Klassen mit 30 Schülern ist guter Unterricht schwierig“, sagt er. „Wer hinten sitzt, bekommt nur die Hälfte mit.“ Fünf Schüler weniger – „und alles ist anders“.
Im Lehrerzimmer herrscht reges Kommen und Gehen. Jeder Pädagoge hat hier einen kleinen halben Schreibtisch als Arbeitsplatz. Würden alle dort sitzen, müsste man die Ellbogen dicht an den Körper legen, um nicht rechts und links an die Kollegen zu stoßen. Eine Tageszeitung lässt sich auf der Fläche nicht aufschlagen. „Ich würde ja gerne nur in der Schule arbeiten“, sagt Schröder, „aber es geht nicht.“
Lehrer vor 30 Jahren und Lehrer heute – was ist anders geworden? „Früher war ich zu 80 Prozent Wissensvermittler und zu 20 Prozent Erzieher“, meint er. „Heute ist das Verhältnis eher halb-halb.“ In den 80er Jahren seien die Schüler zwar „kritischer und politischer gewesen“. Aber auch leichter zu leiten. Heute ist er mit Verhaltensproblemen konfrontiert, mit Gewalt, Mobbing und mangelnder Konzentrationsfähigkeit. „Auch die meisten Eltern schwächerer Schüler wollen ihre Kinder unbedingt in der Realschule unterbringen, die Hauptschule wird gemieden.“ Die besseren wiederum streben auf das Gymnasium.
Schröder ist auch Beratungslehrer, zu ihm kommen Schüler, Eltern und Kollegen. „Ich will sie motivieren, aktivieren, gebe Lerntipps.“ Ersatzvater aber kann er nicht sein. Eltern von Kindern mit Schwierigkeiten haben oft selbst Probleme. „Sie finden aber meist nicht den Weg zur Schule.“ Über die Tage, an denen Schröder mehr Erzieher als Wissensvermittler ist, sagt er: „Abends bin ich völlig erschöpft.“
Auch ihn hat die Kraft schon einmal verlassen. Im Sommer vergangenen Jahres ging er vier Wochen zur Kur. „Ich war nah am Burnout“, erinnert er sich. „Viel zu empfindlich, ich habe seltsam reagiert. Wenn man merkt, dass einem mehr und mehr egal wird, dann ist das ein ganz schlechtes Zeichen.“
Technikunterricht, 8. Klasse. Schüler feilen Holz und Metall, andere errichten einen Stromkreislauf. Überall herrscht Beratungsbedarf. Herr Schröder hier, Herr Schröder da, Herr Schröder dort. Er springt von der einen zur anderen Gruppe. „Herr Schröder ist ein toller Lehrer“, sagt ein Mädchen.
Dann hört er, wie ein Junge einem anderen „Fick dich“ zuraunt. Sofort nimmt er ihn beiseite und klärt die Sache sehr deutlich unter vier Augen. Schröder will „Autorität“ sein – „aber eine, die verlässlich und vertrauensvoll ist“.
Er straft fast nie. „In 30 Jahren gab es kaum Einträge ins Klassenbuch, ich kann das einfach nicht.“ Dafür setzt er auf Wiedergutmachung. Wer den Tisch verschmiert, putzt und räumt am Ende den Werkraum auf. Von einer 14-Jährigen, die er beim Rauchen erwischt, verlangt er, dass sie ihm am nächsten Tag möglichst gut begründet, warum Rauchen ungesund ist.
Der Pädagoge schätzt durchaus die vorteilhaften Seiten seines Berufes. „Mein Gehalt ist ordentlich“, sagt er. Wenn Schule ist, dann arbeitet er 40 bis 50 Stunden in der Woche. „Dafür schalte ich in den Ferien oft ab.“ Ebenso würdigt er die Arbeitsplatzsicherheit.
In der Mittagspause sitzt Gerhard Schröder im sonnigen Schulgarten, den er vor 26 Jahren selbst mit angelegt hat und sinniert: „Lehrer sind Einzelkämpfer, leider.“ Er bedauert, „dass die Türen immer noch geschlossen werden“. Mit einigen Kollegen tauscht er sich über Probleme aus, unter Freunden. „Andere schotten sich aber total ab.“
Würde Gerhard Schröder noch einmal Lehrer werden? Die Antwort kommt rasch: „Natürlich, ich liebe meinen Beruf.“ Gerade deshalb ist er für ihn manchmal nicht einfach.
Finnland wünscht sich lachende Pädagogen
Beim Pisa-Sieger Finnland genießt der Lehrerberuf – im Gegensatz zu Deutschland – höchste Wertschätzung in der Bevölkerung. Der Verdienst ist mit 2000 bis 3000 Euro brutto im Monat zwar verhältnismäßig gering, dennoch wollen zehn Prozent aller Schulabgänger Lehrer werden. Die Hochschulen können sich ihre Lehramtsstudenten aussuchen – nur jeder zehnte wird genommen. Bei den Auswahlverfahren geht es nicht um Fachwissen, sondern ausschließlich darum, ob die Bewerber als Pädagogen geeignet sind. „Wer die ganze Prüfung über nicht einmal lacht, den nehmen wir nicht“, sagt etwa Matti Meri, Pädagogik-Professor in Helsinki. Er erwartet die Einstellung: „Ich will Kinder unterrichten, nicht Mathematik.“
Bundesministerin am AEG! SWP vom 17.2.09
Eine Ministerin zu BesuchAnna-Essinger-Schüler haben Annette Schavan eingeladen
Darauf kann sich die Klasse 10 f etwas einbilden: Sie ist die erste Klasse seit drei Jahren, die Bundesbildungsministerin Annette Schavan besucht hat.
LUISA COSSU, 10. KLASSE
Annette Schavan (links) ließ sich von den Zehntklässlern ausfragen - und anschließend ablichten. Privatfoto
Pünktlich um halb neun fährt ein grauer Mercedes vor das Anna-Essinger-Gymnasium und Annette Schavan steigt aus. Der Grund dafür ist die Klasse 10f des Gymnaisums: Vier Schülerinnen schrieben vor einigen Monaten eine E-Mail an Annette Schavan, in der sie sie einluden, ihre Kasse zu besuchen und die im Gemeinschaftskundeunterricht gesammelten Fragen zu beantworten.
Zunächst erzählte die Bundesbildungsministerin, dass sie nicht oft E-Mails von Schülern bekommt und wenn, dann nur selten verbunden mit einer Einladung. Drei Jahre lang hat sie keine Schule mehr besucht, doch jetzt möchte sie dies häufiger machen, da ihr die Meinung der Schüler wichtig sei.
Das merkte man zum einen daran, wie Schavan auf die Fragen der Schüler einging, wie sie Fragen stellte und sich nach der speziellen Lage der Schüler, als letztem Jahrgang des neunjährigen Gymnasiums und doppelten Abitursjahrgang 2012, erkundigte.
Auf die Aussage, dass die 10. Klassenstufe in vielen Fächern keine Bücher mehr bekommt, da für G 9 keine mehr vorhanden sind oder diese einfach so alt und unaktuell sind, dass die Lehrer sie nicht mehr benutzen können, reagierte sie mit Unverständnis.
Sie verstehe nicht, wieso G8-Schüler nicht die gleichen Bücher wie G9-Schüler benutzen können und sie selber setzt sich regelmäßig für mehr und bessere Bücher in den Schulen ein. Schavan stimmte der Forderung eines Schülers zu, dass auch in Gymnasien mehr praktisches Lernen wichtig wäre: "Jede Schule sollte ihr eigene kleine Werkstatt und eine Küche haben."
Als der Kuchen gegessen und alle Fragen beantwortet waren, verabschiedete sich Schavan persönlich bei jedem und musste schnell weiter zu ihrem nächsten Termin.
Europa ganz nah
EU-Kandidaten stellen sich Ulmer Schülern
Ulm, 13. Mai 2009
Fragerunde
Europa ganz nah: Bei einem Forum mit Spitzenkandidaten von fünf Parteien konnten Schüler Bewerber für das Europaparlament unter die Lupe nehmen.
Elisabeth Zoll
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Großer Andrang beim Thema Europa: Spitzenkandidaten von fünf Parteien stellten sich den Fragen von 200 Gymnasiasten. Foto: Volkmar Könneke
Lars Hansmeier, ein 18-jähriger Schüler des Anna-Essinger-Gymnasiums, sprach vielen seiner Altersgenossen aus der Seele: „Ich schwanke noch.“ Natürlich sei Europa wichtig, wegen des grenzüberschreitenden Austauschs und der mit der Europa gewonnenen außenpolitischen Sicherheit. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass damit für ihn schon entschieden ist, wer bei der Wahl zum Europaparlament am 7. Juni seine Stimme bekommt.
Der Wahlkampf ist lau, Plakate sind eher selten. So sind nicht nur den Erstwählern selbst aussichtsreiche Kandidaten weitgehend fremd. Zumindest von Spitzenleuten der CDU, der SPD, den Grünen, der FDP und der Links-Partei konnten sich rund 200 Gymnasiasten beim Europa-Forum der SÜDWEST-PRESSE ein eigenes Bild machen. Evelyne Gebhardt (SPD), Inge Grässle (CDU), Reinhard Bütikofer (Die Grünen), Tobias Pflüger (Die Linke) und Michael Theurer (FDP) stellten sich unter der Moderation von Chefredakteur Hans-Jörg Wiedenhaus und Politikchef Wilhelm Hölkemeier den Fragen der Schüler.
Und diese gab es reichlich. Was sie denn vom doppelten Standort des EU-Parlaments – Brüssel und Straßburg – und dem damit verbundenen Wanderzirkus für die vielen Mitarbeiter hielten?, wollte Annalena Lipp von den EU-Kandidaten wissen. Auch Positionen zur Bewältigung der Wirtschaftskrise, der Forderung nach Mindestlöhnen, der Gentechnik und der möglichen Erweiterung der Union durch den Beitrittskandidaten Türkei interessierten. Ebenso das Thema Bildung.
Das lag auch Alina Eisele aus Salach am Herzen. „Wir wissen, dass Europa für uns eine große Chance ist im Bereich Studium und Beruf“ – vorausgesetzt die Abschlüsse werden auch EU-weit anerkannt.
Dass es hier noch Regelungsbedarf gibt, räumte die langjährige SPD-Europapolitikerin Gebhardt freimütig ein. „Wir können uns nicht für ein freies Europa aussprechen und dann bei den Abschlüssen Hürden in den Weg legen“, sagte sie. Inge Grässle sprach sich deshalb für eine Vergleichbarkeit von Abschlüssen aus. Ein Binnenmarkt, auf dem ein Handwerker mit einer dreijährigen Ausbildung in direkter Konkurrenz zu einem Kollegen stehe, der gerade einmal eine dreimonatige Unterweisung habe, könne nicht funktionieren.
Das sah Michael Theurer, bisher Oberbürgermeister in Horb und nun auf Platz acht der FDP-Liste, anders. „Ich will keine Gleichmacherei“, sagte er – schon deshalb nicht, weil er an dem in Deutschland bewährten System der dualen Ausbildung festhalten wolle.
Unterschiede zwischen den Parteien zeigten sich auch an anderer Stelle: Während der bisherige Parteichef der Grünen, Reinhard Bütikofer, beispielsweise klar gegen genmanipulierte Nahrungsmittel votierte, sprach sich die CDU-Haushaltsexpertin im Europäischen Parlament, Inge Grässle, gegen ein Verbot und für eine klare Kennzeichnungspflicht aus. „Wir können es uns nicht leisten, auf solch eine Zukunftstechnologie zu verzichten,“ sagte sie – wissend, dass die überwiegende Mehrheit der Bundesbürger anderer Meinung ist.
Unterschiedliche Blickwinkel wurden auch beim Thema Erweiterung der EU durch die Türkei deutlich. Europa dürfe kein „exklusiver Club, schon gar kein exklusiver Christenclub“ werden, sagte Bütikofer und bezog damit Position gegen die CDU-Politikerin Grässle, die sich gegen eine Vollmitgliedschaft der Türkei aussprach. Einen „Beitritt light“, wie bei Bulgarien und Rumänien, dürfe es mit einem so großen Land wie der Türkei nicht geben. Dass die jüngsten EU-Staaten die strengen Beitrittskriterien nicht erfüllten, merke sie als Haushaltsexpertin fast jeden Tag.
Für die Unions-Politikerin ist das Thema Türkei deshalb eine „Schlüsselfrage der EU“. Tobias Pflüger von der Links-Partei nennt die Äußerung der Union dagegen „reinen Populismus“. Ein Beitritt der Türkei stehe nicht auf der Tagesordnung, auch nicht in der kommenden Legislaturperiode. Zu groß seien die im EU-Fortschrittsbericht beschriebenen Defizite. Doch Pflüger warnt, eine Erweiterung nur unter wirtschaftlichen und geostrategischen Gesichtspunkten zu betrachten. Die mit der Aufnahme eines Staates in die EU verbundene Demokratisierung eines Landes – und im Fall der Türkei auch einer Armee – ist für ihn von zentraler Bedeutung.
Die Unterschiede wurden von den Gymnasiasten durchaus registriert, nicht nur in den Sachfragen. „Man merkt, wer schon länger im EU-Geschäft ist“, hält Max, ein Schüler des Scholl-Gymnasiums fest. Auch wie schwierig es ist, mit 27 Staaten Politik zu machen, ist Adrian, einem Schüler des Albert-Einsteins-Gymnasium, nicht entgangen: „Am Thema Mindestlohn wird deutlich, wie schwer es ist, in allen Ländern der EU alles gleich zu regeln. Gleichzeitig wird klar, dass auch nicht immer alles in allen Ländern gleich sein kann.“
Unsere Gäste
Acht Gymnasien aus unserem Verbreitungsgebiet haben sich mit Vorbereitungen und Diskussionen am Europa-Forum unserer Zeitung beteiligt: das Anna-Essinger-Gymnasium in Ulm, das Werkgymnasium Heidenheim, das Gymnasium St. Hildegard in Ulm, das Benedikt Maria Werkmeister Gymnasium in Neresheim, das Albert-Einstein-Gymnasium in Ulm, das Hans und Sophie Scholl Gymnasium in Ulm, das Helfenstein-Gymnasium in Geislingen und das Erich-Kästner-Gymnasium in Eislingen.
Grün gewinnt
Repräsentativ ist das Ergebnis nicht, aber aufschlussreich: Grün war vorn bei unserer Schüler-Probeabstimmung zur Europawahl. Das Votum:
Grüne 75 Stimmen (38,9 %).
SPD 53 (27,5 %)
CDU 36 (18,7 %)
FDP 12 ( 6,2 %)
Linke 3 (1,6 %)
Nichtwähler 9 (4,6 %)
Andere 5 (2,5 %)
Bewegungscamp
Bewegungs-Camp: Sport ohne Notendruck
Ulm, 14. Mai 2009
Spielerische Leichtathletik
Jugendliche für die Leichtathletik begeistern sollte das DLV-Bewegungs-Camp auf dem Münsterplatz. Etwa 800 Teilnehmer liefen, sprangen und warfen, bis der Regen der Aktion ein Ende setzte.
Sarah Bernhard
Wer kommt weiter nach vorne, bevor ihn das Bungee-Seil wieder zurückzieht? Spielerisch die Leichtathletik entdecken konnten Jugendliche beim dritten Bewegungs-Camp des DLV auf dem Münsterplatz. Foto: Matthias Kessler
Wie ein Gummiball hüpft Sophia Liewald über ein viereckiges Feld. Es ist unterteilt in kleinere Quadrate, auf denen das Alphabet, wie auf einer Handy-Tastatur, angeordnet ist. „SMS-Hüpfen“ heißt diese Station des Bewegungs-Camps, das vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) in Kooperation mit der Stadt Ulm organisiert wurde. Sophia muss das Wort „Freizeitsport“ hüpfen und mit 35 Sekunden ist sie ziemlich schnell. „Ich habe das vorhin schon einmal gemacht, deswegen bin ich schon geübt“, erklärt die 12-Jährige.
Bei insgesamt zehn Stationen konnten die Kinder und Jugendlichen, die vormittags meist klassenweise gekommen sind, am Donnerstag ihre Fähigkeiten beim Laufen, Springen und Werfen testen. Zwei Stationen sind neu dabei: Eine Sprintstation, bei der eine lebensgroße Plastikfigur des Sprinters Asafa Powell in dessen Realgeschwindigkeit neben, beziehungsweise vor den Läufern herfährt. Und eine riesige rote Weitsprunganlage, bei der man weich auf einem Luftkissen landet.
„Hier steht nicht Leistung, sondern Spaß im Vordergrund“, betont Fred Eberle vom DLV-Präsidium. „Die Jugendlichen können ohne Notendruck ausprobieren, wie es richtig geht.“ Entdeckendes Lernen heißt das Konzept, das Leichtathletik spielerisch vermitteln soll.
Bei Hanna Blumstein (12) funktioniert es. „Ich bin nicht so sportlich“, gibt sie freimütig zu, „aber hier habe ich Spaß“. Nach dem Tag im Camp kann sie sich eher vorstellen, Sport zu machen, „aber nur, wenn er spielerisch ist“.
Obwohl es den ungefähr 800 Teilnehmern sichtlich Spaß macht, wird deutlich, dass viele kaum Übung haben. „Wir haben diese Bewegungsdefizite bemerkt“, erklärt Eberle, „und wenn die Schüler nicht zur Leichtathletik kommen, kommt die Leichtathletik eben zu ihnen“. Deshalb habe der DLV vor drei Jahren das Bewegungs-Camp initiiert. Anreize zur körperlichen Betätigung sind neben den spannenden Stationen auch die bunten Plastikchips, die die Jugendlichen für jede durchlaufene Station bekommen. Denn die Schulklasse, die am Schluss die meisten Chips gesammelt hat, bekommt einen Preis.
Und tatsächlich, obwohl gegen 14 Uhr ein Regenguss über Ulm niedergeht, und alle Helfer ins Organisationszelt geflüchtet sind, stehen die Jugendlichen noch an den Stationen und wollen weitermachen. Geht aber nicht – zu gefährlich.
Nicht nur den Klassen, auch der Stadt Ulm fehlen jetzt Chips. Denn das Bewegungs-Camp hat noch fünf weitere Städte vor sich. Und auch die Stadt mit den meisten Chips wird am Ende belohnt.
"Rueß übertrifft sich selbst"
Leichtathletik: Seinen bisher größten Erfolg feiern konnte Langsprinter und 400m Hürdenspezialist Jürgen Rueß (TSV Erbach) bei der Senioren-Hallen-EM in Ancona. (...) Mit vollem Einsatz kämpfend, brachte er die Staffel wieder auf den Silberplatz (1:40:45 Minuten). Perfekt.
Südwestpresse vom 2.4.09
Südwest-Presse vom 17.3.09
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"Jeder mochte Anna Essinger" | ||||
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Erscheinungsdatum: Dienstag 17.03.2009 | ||||
Südwest-Presse vom 16.2.09
Die Welt der Liebeslyrik aufgemischt
Ulm, 16. Februar 2009 Ulmer Schüler spielen Theater
Mögen die Dichter sich ihre kunstvollen Verse abgerungen haben - von Schülern im Theater szenisch dargeboten, verloren sie alle Künstlichkeit.
Otfried Käppeler

Der Jäger und seine Beute: Liebeslyrik benutzt oft die wildesten Bilder, die am Valentinstag von Schülern im Podium in Szene gesetzt wurden. Foto: Oliver Schulz
Wenn Schüler Liebeslyrik vortragen, ist die gelebte Emphase schon allein ihrer Jugend wegen glaubwürdig. Und heute unglaubwürdig anmutende Szenen wie Gretchens Begegnung mit Faust - "Mein schönes Fräulein, darf ich wagen. . ." - werden durch übersteigerte Darstellung ironisch gebrochen: Lyrik einmal anders dargeboten - das machte das vierte Jugendprojekt des Theaters Ulm und der Sparkasse Ulm möglich.
Liebesgedichte wurden nicht vorgetragen, sondern mit ganzem Körpereinsatz gespielt. Wie man ein Gedicht, etwa Lessings "Der schwörende Liebhaber", in Dialoge mit begleitendem Kommentar eines Chors ohne große Eingriffe dramatisieren kann, wurde eindrucksvoll demonstriert.
Bestritten haben den Abend über 30 Schüler des Schubart-, Lessing- und Anna-Essinger-Gymnasiums. Die Gedichte waren aufgeteilt in die Themenkomplexe "Der erste Kuss", "Das erste Mal", "Krise und Lösung" und "Meta-Liebeslyrik", die auf die Schulen aufgeteilt waren. Im Theater wurde dann unter professioneller Anleitung (Gesamtprojektleitung: Nele Neitzke und Michael Hanisch, Assistenz: Bodo Neemann) das Ganze zu einem runden Lyrikabend zusammengefügt.
Dazu gehörten auch Musik und Film. An der Rückwand wurden die einzelnen Kapitel durch Spielszenen oder Lieder, etwa Heinz Rühmanns Interpretation von "Kann denn Liebe Sünde sein", eingeleitet. Christian F. D. Schubarts Gedicht "Das Schwabenmädchen" wurde rhythmisch als Rap dargeboten - das dürfte eine Uraufführung gewesen sein.
Nicht nur das szenische Spiel, auch die Mischung aus Ernstem und Heiterem, für Letzteres besonders Heine und Ringelnatz, ließ das Projekt "Spielt euch Liebeslyrik" zu einem kurzweiligen Abend werden. Lohn war nicht nur ein starker Applaus, sondern ist auch die Einladung des Kultusministeriums Baden-Württemberg und des SWR, das Projekt im Rahmen des Wettbewerbs "ImPuls" in Stuttgart vorzustellen.
Weitere Vorstellungen: 19. Februar, 11 Uhr, 20. Februar 11 und 19.30 Uhr. Spieldauer ca. 1 Stunde.
Südwest-Presse vom 17.3.09
Wer war Anna Essinger?
Anna Essinger wurde 1879 in Ulm geboren. 1926 übernimmt sie die Leitung des Schulheimes in Herrlingen, das auf Initiative ihrer Schwester Klär neu gegründet wurde. Sie legt Wert auf die Schulgemeinschaft und verfolgt die Montessori-Pädagogik. Essinger, die aus jüdischer Familie stammt, erkennt früh die drohende Machtübernahme der Nazis. 1933 flüchtet sie mit 66 Kindern und einigen Lehrern nach Südengland, wo sie das Internat in Bunce Court eröffnet. Nach 1938 finden viele jüdische Kinder aus Deutschland in ihrer Schule Unterschlupf. Das Internat besteht bis 1948. Anna Essinger stirbt 1960 in Bunce Court. 1990 wurden die Ulmer Realschule und das Gymnasium auf dem Kuhberg nach Anna Essinger umbenannt.
Journalismus ´live´
Anna-Essinger-Gymnasium
Ulm. Wie entsteht eigentlich eine Zeitung? Was tut ein Redakteur und wie kommt man überhaupt in diesen Beruf? Gibt es einen journalistischen Ehrenkodex? Diese und andere Fragen rund ums Thema Zeitung beschäftigten die Klasse 10g des Anna-Essinger-Gymnasiums. Referendarin Friederike Koch hatte sich dazu Verstärkung eingeladen und so gab Lokalredakteurin Verena Schühly den Zehntklässlern zwei Schulstunden lang Einblicke ins Entstehen der Ulmer Südwest Presse.
Quelle: SWP vom 21.01.09
Stabwechsel am AEG
Ulm, 16. Juli 2008 Rektor Woerle geht in Ruhestand
Wechsel am Essinger-Gymnasium
Der Stabwechsel am Anna-Essinger-Gymnasium ist nun vollzogen: Der bisherige Direktor Rolf Woerle wurde in den Ruhestand verabschiedet, der neue Marius Weinkauf feierlich ins Amt eingesetzt.
Verena Schühly
Die Worte „herzlicher Dank” und „herzlich willkommen” erklangen am Dienstag im Anna-Essinger-Gymnasium von vielen Seiten, als sich der Schulleiterwechsel vollzog: Rolf Woerle wurde nach 17 Jahren als Direktor mit viel Anerkennung und Lob in den Ruhestand verabschiedet – und mit ihm sein bisheriger Stellvertreter Uwe Kohlhammer. Zugleich wurde der neue Leiter Marius Weinkauf eingesetzt, der bislang am Kepler unterrichtete. OB Ivo Gönner gab dem Neuen einen guten Rat mit auf den Weg: die „Wurzeln der Anna-Essinger-Schule wiederzuentdecken mit den Antworten der heutigen Zeit”. Denn das 1970 gegründete Gymnasium auf dem Kuhberg war Teil des zweiten Ulmer Modells: Es sollte dem ersten Ulmer Modell – der Universität – im Sinne eines besseren Übergangs von Schule zur Hochschule vor allem im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich den Nachwuchs sichern. „Beleben Sie die Idee der Bildungspartnerschaft neu”, sagte Gönner und machte deutlich, dass solche Projekte wieder sehr modern seien. Thomas Reichenmiller vom Regierungspräsidium Tübingen ging auf weitere Besonderheiten des Essinger-Gymnasiums ein: Erstens ist es Ganztagsschule. Und zweitens hat es ein besonderes Sportprofil, an dessen Einrichtung und Entwicklung Rolf Woerle maßgeblich mitgewirkt hat, und ist Partnerschule des Olympiastützpunkts Stuttgart. Der gibt jungen Leistungssportlern die Möglichkeit, Sportkarriere und Schule unter einen Hut zu bringen. Bei der Feier zeigten junge rhythmische Sportgymnastinnen, Kunst- und Aerobic-Turnerinnen ihr beachtliches Können. Überdies hatten drei Mädchen der Sportklasse 11 einen Hip-Hop-Tanz einstudiert. Dem Dank an Woerle schlossen sich die Lehrer-Kollegen, Eltern und Schüler an. Der vielstimmig gelobte gebürtige Illertissener blickte auf seine 34-jährige Lehrertätigkeit zurück, von denen er auch 16 Jahre in Laupheim verbrachte. „Früher war Schule ein geschützter Raum, in dem es um Wissensvermittlung, das Schöne, Gute und Wahre ging.” Inzwischen müsse Schule betriebswirtschaftlichem Management und vorgegebenen Standards genügen und „arbeitsmarktfähigen Output produzieren”. Trotzdem sei das Wichtigste die menschliche Begegnung zwischen Lehrern und Schülern, auch dort „geschieht Bildung”. Seinem Nachfolger Marius Weinkauf wünschte Woerle, dass er „dem Glück möglichst viel Angriffsfläche” bietet. Auch der 40-Jährige sieht in der persönlichen Begegnung ein zentrales Thema und Schule als „echten Lebensraum”. Er sei stolz, am Essinger-Gymnasium mit dessen langjähriger Tradition der konstruktiven Auseinandersetzung um Bildungsinhalte zu sein und werde diesen Weg weitergehen. Von seinen künftigen Kollegen bekam er augenzwinkernd als „Schuluniform” ein Anna-Essinger-T-Shirt verpasst, weil die Ganztagsschule künftig sein zweites Zuhause sein werde.
Südwest-Presse vom 16.Juli 2008
Schnellste Schule beim Einstein-Marathon
Die schnellsten Schulen
Gewertet wurde die Summe der 10 besten Platzierungen einer Schule
(die niedrigste Summe gewinnt)
43 Anna-Essinger-Gymnasium |
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103 Bertha-von Suttner-Gymnasium Neu-Ulm |
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129 Franz-von-Sales-Realschule Obermarchtal |
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185 Grundschule Pfuhl |
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186 VGS Weidenstetten |
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193 Kepler-Gymnasium Ulm |
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200 Riedlen-Grundschule |
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236 Albert-Einstein Gymnasium |
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246 Montessori Volksschule Neu-Ulm |
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252 Grundschule Offenhausen, Neu-Ulm |
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261 Eduard Mörike Schule Ulm |
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281 Anna-Essinger-Realschule |
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325 Uli-Wieland-Volksschule (HS), |
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355 Regenbogen GS Wiblingen |
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386 St. Hildegard |
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394 Kindersportschule Langenau (Ki |
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404 KISS SSV Ulm 1846 |
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424 Kindertagesstätte St. Laurenti |
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427 Robert- Bosch Gymnasium Langenau |
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